Machu Picchu: der Weg der Inkas

Nun war es dann endlich soweit, es ging los zu einem der Highlights meiner Reise dem 4-tägigen Inkatrail zu Machu Picchu. Um das vielleicht kurz zu erklären, jeden Tag können ca. 2.000 Personen Machu Picchu besichtigen, aber nur 200 Touristen dürfen täglich den Inkatrail laufen. Der Weg ist nur für 500 Personen pro Tag freigegeben und 300 Plätze davon sind schon für die Porter, also Träger der Ausrüstung reserviert. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten zu Machu Picchu zu kommen, man kann den alternativen Salkantay Trek laufen oder auch den Dschungeltrail machen bei dem man in den vier Tagen z.B. auch raften kann oder mit dem Fahrrad fährt. Nun hatten wir vier uns aber entschlossen den klassischen Weg zu laufen und hatten schon im Januar unsere Plätze für den Inkatrail bei Incatrekkers.com gebucht.

5:00 Uhr morgens klingelte dann der Wecker, was eine Freude. Unser Hostelbesitzer Ludwig meinte noch zu uns, wir sollten uns nicht sorgen, wenn wir eine oder anderthalb Stunden später abgeholt werden würden, als vereinbart, das würde öfters passieren. Wir waren uns aber alle ziemlich sicher, dass unser Guide zu früh da sein würde und so war es auch, 5 Minuten vor 6:00 Uhr hat es schon geklingelt. Noch schnell die großen Rucksäcke untergestellt und los ging es. In unserem Preis waren für jeden von uns 5 kg persönliche Sachen inkludiert, die die Porter tragen würden. Bei mir waren es nur 3 kg, weil ich noch einen Schlafsack bei Incatrekkers gemietet hatte und der alleine schon 2 kg wog. Für diese 3-5 kg haben wir dann sogar eigene Dufflebags bekommen in die in Plastiktüten gewickelt alles untergekommen ist, was mit sollte. Mit dem Auto fuhren wir dann ca. 1,5 Stunden nach Ollantaytambo. Dort gibt es (natürlich) auch Inkaruinen und die konnten wir vom Hauptplatz des Städtchens aus in den Bergen sehen. In einem Restaurant haben wir dann gefrühstückt und ich denke, man kann sagen, die Stimmung war recht ausgelassen. Das musste die Angst vor dem Ungewissen sein, wir hatten zwar eine ungefähre Ahnung was uns so erwarten würde in den vier Tagen, aber so richtig weiß man es dann ja doch nicht. Schnell haben wir noch jeder einen Regenponcho für 4 Soles erstanden und ein paar Extra-Cocablätter. Hier hat sich auch mal wieder der peruanische Verkaufssinn in aller Deutlichkeit präsentiert. Das Restaurant in dem wir waren, befand sich im zweiten Stock, im ersten wurde dann alles verkauft, was man für den Inkatrail noch so brauchen könnte wie z.B. besagter Regenponcho oder Cocablätter. Wenn man diesen Laden dann verlässt, stehen vor einem ca. 5 Frauen, die exakt den selben Kram verkaufen: Regenponchos und Cocablätter?!?! Ich meine, wenn wir doch aus so nem Laden rauskommen wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir nichts gekauft haben und zweitens warum verkaufen 5 Leute das selbe??? Aber gut, wir haben dann gefühlte 50x „no, gracias“ gesagt und sind mit dem Auto noch einmal ca. 40 Minuten zu Kilometer 88 gefahren.

Dort haben wir dann unsere Walking Sticks bekommen (die waren Gold wert!) und los ging es.

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Abmarschbereit

Bevor es dann aber so richtig richtig los ging, kam noch der Zug vorbei, der täglich in die Nähe von Machu Pichhu fährt, den Rest bestreiten die Zuggäste dann bequem mit dem Bus hinauf zu Machu Picchu.

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An diesen Zug habe ich mich die kommenden Tage noch oft erinnert…

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der erste Tag für mich vom Laufen her echt okay war und ich dabei sogar Spaß hatte. Unschön war der Nieselregen, der uns die ersten km begleitet hatte, denn in unseren Regenponchos sahen wir ein wenig aus wie die Schlumpffamilie, die sich in der Farbe geirrt hat, alle waren wir orange bis auf Christian, der musste ja gelb haben. 😉 Ich werde die Gruppe nachher mal fragen, ob ich das Foto dazu posten darf, das sieht nämlich zu goldig aus. 🙂

Damit auch jeder einen Eindruck bekommt, was wir da auf uns genommen haben, hier eine kleine Übersicht wie sich der Weg zu Machu Picchu gestaltet und ein paar Details zum ersten Tag.

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Sectional view of the inka trail by Incatrekkers.com

Tag 1:
12 km Weg
ca. 7-8 Stunden
Beschreibung: easy

Wir waren wohl sogar richtig schnell, laut unserem Guide zumindest. Denn wir haben weniger als die 7-8 Stunden gebraucht, wie viel genau weiß ich aber nicht mehr. Unsere Tour war ja ein wenig teurer (ca. 600 US$ p.P.), aber das hatten wir bewusst so gewählt. Unser Guide Juvenal war selbst einmal ein Porter und kommt aus einem Dorf der Region Cuscos. Er hat diese Firma gegründet und sorgt dafür, dass seine Porter anständig bezahlt werden und ganz ehrlich, wenn man sieht was diese Leute tragen, dann kann man das auch nur unterstützen wollen. Es gab an diesem Tag einen Abschnitt, der recht steil und deshalb natürlich auch anstrengend war. Nur sind wir das mit unseren kleinen Daypacks gelaufen, die Porter tragen normalerweise jeder 25 kg auf ihren Rücken.

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Seit ca. 5 Jahren gibt es Regulierungen von der peruanischen Regierung für den Inkatrail, vorher haben die Porter nämlich ca. 45 kg getragen, das kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen. Heute durchlaufen sie Kontrollen bei denen sichergestellt wird, dass sie nicht mehr als 25 kg durch die Gegend schleppen.

Auf unserem Weg zum Mittagessen haben wir dann noch eine Inkaruine sehen können. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, das am unteren Ende der Ruine der Komplex schlangenförmig verläuft und das Gebäude am hinteren Ende den Kopf der Schlange symbolisiert.

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Inkaruine auf dem Weg (Tag 1)

Nun war unsere Tour aber wirklich ihr Geld wert. Als wir zum Lunch an einer Art Bauernhof ankamen, standen schon das Küchenzelt und unser Speisezelt. Direkt gab es warmes Wasser für jeden zum Waschen und das Essen war einfach gut, wenn man überlegt, dass man irgendwo in der Pampa ist und es dort eigentlich nicht viel gibt.

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Nach dem Lunch ging es dann weiter zu unserem ersten Rastplatz für die Nacht Wayllabamba, auch hier konnten wir uns über nichts beschweren. Die Toiletten auf dem Inkatrail und speziell bei den Übernachtungsmöglichkeiten sind wohl unter aller Sau, weshalb wir sogar nur für uns vier eine eigene kleine Toilette aufgebaut bekamen. Ich sag Euch, manchmal schraubt man seine Ansprüche Luxus betreffend echt zurück. Aber wir waren glücklich angekommen zu sein und den ersten Tag überstanden zu haben. Unser Porter waren übrigens erstaunt uns schon so früh im Camp anzutreffen, evtl. waren wir ja wirklich recht fix unterwegs.

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Ankunft am Campingplatz (Tag 1)

Es wurde allerdings recht früh dunkel und vor allem auch ganz schön kalt nachts. Wir haben uns beim Abendessen mit unserem Guide aber echt immer gut unterhalten und bei Suppe und Hauptgang sowie Tee zum Nachtisch verging die Zeit echt fix bis zur Schlafenszeit gegen halb Acht. 🙂 Naja, ein wenig gelesen haben wir noch, aber am nächsten Tag sollte es auch früh weitergehen, denn Tag 2 ist der härteste der vier Tage!

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Unser Nachtlager: 2er Zelte

Tag 2:
12 km Weg / davon 9 km bergauf / 3 km bergab
ca. 7-8 Stunden
Beschreibung: Challenge

6:00 Uhr morgens: Roomservice 🙂 Ja, tatsächlich wir wurden morgens geweckt und haben zunächst einmal eine Tasse heißen Coca-Tee ans „Bett“ gereicht bekommen. Nach dem Frühstück, das sich hat sehen lassen können (Pancakes, Obstsalat, Toast mit Marmelade, heißer Kakao und Tee) ging es dann daran Tag 2 zu bewältigen. An Tag 1 habe ich schon recht viel Cocablätter gekaut, aber Tag 2 war ein fast durchgängiger Konsum, denn der Aufstieg von 9 km!! war nicht ohne, ca. 5 Stunden wurden für diesen veranschlagt. Belohnt wurden wir aber mit echt schönem Wetter und so zeige ich Euch erst einmal ein paar Bilder vom Weg bis wir dann zum Aufstieg kommen.

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Impressionen Inkatrail (Tag 2)

Es ging die ganze Zeit schon eher bergauf als flach, aber dann kam ein Part durch den Nebelwald, der sich gewaschen hatte und so quälten wir uns Steintreppe nach Steintreppe hoch.

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Leider sieht man auf den Bildern nie wie steil das wirklich war…

Dachte man nach diesem Part okay, hey, das war jetzt echt anstrengend, schlimmer geht nimmer, tja doch es geht. Wir hatten eine kleine Snackpause an einem der Rastplätze mit Käsesandwich und Tee und von dort aus konnte man schon die Träger und anderen Touristen den Berg hinauflaufen sehen…irgendwie war ich da aber grade körperlich fit oder das Coca hat gewirkt, denn ich konnte einmal sogar Panos einholen und bin kurz nach ihm auf dem höchsten Punkt dieses Tages angekommen.

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Der Aufstieg Part 2 (Tag 2)

Und wenn man da so hochläuft, kommt einem halt doch ab und zu mal in den Sinn, dass es einen verdammten Zug gibt, der einen ebenso zum Ziel bringt!! Aber gut, man kann sich dann ja nicht mehr umentscheiden und oben wurden wir dann auch mit einer recht hübschen Aussicht belohnt.

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Nach diesen 9 Kilometern waren ja nur noch 3 weitere zu bewältigen, diese aber nur bergab. Und das macht mir zum Glück nichts aus und so war ich sogar mal erste im Camp und wurde wirklich freundlich von unseren Portern begrüßt. Denen wurden wir nämlich am Morgen auch noch einzeln vorgestellt, sie uns natürlich auch und es war schon bewundernswert zu sehen wie sie als letzte das Camp verlassen haben und uns dann aber doch immer wieder auf dem Weg überholt haben.
Den Lunch hatten wir erst nach den gesamten 12 km, da hochlaufen mit vollem Magen wohl einfach keinen Spaß macht. Nach dem Lunch haben wir Siesta gehalten und nach dem Abendessen sind wir wieder direkt in die Heia, denn an Tag 3 sollten wir noch früher aufstehen…

Die Nacht war übrigens recht kalt, weil wir mit unserem Camp Paqaymayu uns auf 3.600 Metern Höhe befunden hatten, weshalb unser Zelt am nächsten Morgen mit einer hübschen Eisschicht überzogen war.

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Tag 3:
15 km
8-9 Stunden
Beschreibung: Unvergesslich

Tag 3 zeichnete sich dadurch aus, dass wir schon um 6:40 Uhr am ersten Kontrollpunkt standen, denn unser Guide musste jeden Tag reporten, dass wir auch noch alle am Leben sind und den Inkatrail weiter beschreiten werden. Nun hieß es auch an diesem Tag zunächst einmal: bergauf…

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Bergauf…

Aber endlich auf dem kleinen Plateu angekommen, hat Christian, Panos und mich dann der Ehrgeiz gepackt und wir sind noch mal einen kleinen Berg hochgeklettert, so dass wir auf über 4.000 Metern Höhe waren…woohoo 😉

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Und auch an diesem Tag war uns der Wettergott wohlgesonnen und wir hatten die perfekten Verhältnisse zum Laufen, deshalb auch mal hier einfach ein paar Bildchen von Tag 3:

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Alles was man hochläuft, muss man ja auch irgendwann wieder runterlaufen und so (siehe oberes Bild) ging es dann erst einmal wieder bergab bis zur nächsten Inkaruine. Die eine vor dem 4.000 Meter Berg habe ich nämlich unterschlagen, aber langsam haben wir wahrscheinlich alle genug von den Inkaruinen…

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Eigentlich vermeidet man bei so einem Viertagsmarsch ja jeden unnötigen Schritt, und als wir gesehen haben, dass wir erstmal eine Treppe hoch mussten zur Ruine (siehe Bild 2 der drei über diesem Satz) waren wir erstmal recht unmotiviert diese zu erklimmen. Außer Panos, unsere kleine Bergziege konnte es gar nicht erwarten morgens loszulaufen und sämtliche Höhenmeter zu bezwingen. Aber gut, wir sind natürlich alle hoch und nachdem wir diese Treppe und ihren Abstieg wieder hinter uns hatten, ging der Weg bis zu unserem ersten Rastplatz zum Mittagessen auch. Es ging immer mal wieder hoch und runter, aber nicht allzu fies. Der Inkatrail hat sich übrigens in den letzten Jahren geändert, damit meine ich, dass er in den 60er, 70er Jahren eine andere Route entlang lief, diese aber jetzt teilweise von der Regierung gesperrt ist und wir deshalb nicht immer den Originalweg der Inkas gelaufen sind. Dennoch an diesem Tag hat unser Guide extra daraufhin gewiesen, dass wir nun auf Originalinkasteinen laufen und Originalinkatunnel durchlaufen…

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Lunchtime war dann auf einer kleinen Anhöhe und noch schnell ein Bild für Papa vom Essen.

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Kleine Vorspeise

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Unser Camp fürs Mittagessen

Nachdem Essen war die Motivation weiter zu laufen jetzt nicht so richtig groß, aber wir hatten ja keine andere Wahl und so ging es nach dem Essen wieder einmal kilometerlang der Weg bergab. Das geht zwar gut in die Knie, aber ich laufe ja, wie bereits bekannt ist, lieber 20 km bergab als einen bergauf, und da ich mich endlich hinlegen wollte, bin ich den Weg auch relativ zügig hinabgelaufen bis wir uns an einem Strommast alle getroffen haben, um zusammen diese Inkaruine zu besichtigen:

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Intipata: die letzte Ruine direkt vor Camp 3

Um zu unserem letzten Übernachtungscamp zu kommen, mussten wir diese Terrassen dann auch noch runtersteigen und langsam tat mir dann doch alles weh und ich war froh als wir im Camp angekommen waren. Der Nachmittag wurde, wie auch zu vor, mit lesen und dösen verbracht. Die anderen drei haben auch noch Karten gespielt, aber ich hab mich noch mal aufs Ohr gelegt, man weiß ja nie wann man wieder genug Schlaf bekommt, nicht wahr. Und weil unser letzter Abend war, gab es zum Nachtisch auch eine Torte. 🙂

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Naaaachtisch 🙂

Die Torte haben wir aber auch ganz fair mit unseren 7 Portern, unserem Guide und dem Koch geteilt. Anschließend haben wir den Portern und dem Koch noch ihr Trinkgeld gegeben, denn am nächsten Morgen sind diese nicht mit zu Machu Picchu (das dürfen sie nicht), sondern sind nach Aguas Calientes, um dort den Zug zu erwischen. Und beim Trinkgeld ist wirklich kein Soles einer zu viel, wir hatten, denke ich, alle einen Riesenrespekt vor der Leistung dieser Leute. Leider konnten wir uns mit ihnen nicht wirklich unterhalten, da sie alle aus Bergdörfern rund um Cusco kamen und nur Quechua sprachen, kein Spanisch. Aber unser Guide hat übersetzt und nach dieser kleinen Verabschiedung hieß es dann mal wieder gegen 20 Uhr ins Bettchen gehen, denn der Wecker stand für den nächsten Tag auf 3:45 Uhr!

Tag 4:
nicht so viele km
2 Stunden
Beschreibung: einzigartig

Da wir an Tag vier so früh los sind, liefen wir zunächst einmal durch die Dunkelheit durch das Camp den Berg hinunter, um für den Kontrollpunkt anzustehen.

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Warteschlange im Dunkeln

Man muss ja mal sagen, dass mit dem vierten Tag auch klar wird, dass man dem Ziel sehr nahe ist und um so wehleidiger wird man damit auch, zumindest fand ich die ersten Schritte zu Laufen gar nicht so lustig, das Ganze bergauf und bergab steckt einem dann doch in den Knochen. Aber man hatte sich ja gegen den Zug entschieden und nach dem wir ca. 40 Minuten gewartet hatten, weil der Kontrollpunkt erst um 5:30 Uhr öffnet, sind wir ca. eine Stunde in einer langen Reihe von Touristen zum Sonnentor hochgelaufen. Der Weg war anfangs relativ flach, weshalb wir auch zügig vorankamen, aber zum Ende hin wurde es immer steiler und das Highlight waren dann diese Treppen:

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Die Treppen von oben

Und eine Notiz an mich: glaube niemals deinem Guide, wenn er sagt, jetzt gehts keine Treppen mehr bergauf…die haben von bergauf einfach eine andere Wahrnehmung. Ich war zumindest heilfroh als wir endlich am Sonnentor ankamen und den ersten Blick auf Machu Picchu hatten.

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Das erste Mal: Machu Picchu

In diesem Moment war ich dann doch froh nicht den Zug genommen zu haben, sondern dass ich mir diesen Anblick hart erarbeitet hatte! Und ab da war es dann auch nur noch eine weitere Stunde bergab zu laufen, um endlich bei Machu Picchu anzukommen…

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Die Gruppe vor Machu Picchu – geschafft! 🙂

Nachdem wir erstmal unsere Walking Sticks abgegeben haben und unseren Snack verzehrt, ging es los mit der Besichtigung Machu Picchus – der alte Berg heißt das übrigens übersetzt. Im Hintergrund der Bilder erkennt man den großen Berg Wayna Picchu, den man auch besteigen kann, aber die Tickets dafür muss man im Voraus buchen und wir hatten uns dagegen entschieden, ich hätte es wohl auch nicht mehr geschafft da hochzukraxeln. Unser Guide hat uns erstmal eine halbstündige Einführung in die Geschichte Machu Picchus gegeben und das war sehr interessant. Bis heute streitet Peru ja mit der Universität des Herren, der Machu Picchu wiederentdeckt hat, weil er Grabschätze und sonstige Fundstücke einfach in die USA exportiert hat und bis heute verlangt Peru einen Großteil davon zurück, was ja auch verständlich ist. Die Geschichte dazu kann jeder ja selbst nachlesen, ich erwähne den Herren extra nicht mit Namen, weil er mir unsympathisch ist, so! Nach diesem kleinen Geschichtskurs sind wir noch einmal lockere zwei Stunden durch Machu Picchu gewandert und wir hatten Glück, da wir relativ früh da waren, war noch nicht so viel los, wir konnten aber am Ende sehen wie die Massen über den Berg strömten.

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Marinchen vor dem Machu Picchu

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Ein paar Eindrücke aus Machu Picchu

Das letzte Bild zeigt übrigens einen Teil des Kondortempels, man erkennt in dieser Steinformation auch die Flügel von einem dieser großen Vögel. Der Kondor war für die Inkas ja nicht nur ein Botschafter zwischen den Göttern und den Menschen, er steht auch für Freiheit und Unabhängigkeit, weshalb er so wichtig war für diese Kultur. Unsere Träger haben uns auch zum Abschied in Quechua gesagt „wenn wir uns in diesem Leben nicht mehr wiedersehen, so mögen wir uns irgendwann in Freiheit und Unabhängigkeit in einer anderen Welt wieder treffen.“ – also ungefähr so lautete das, nur war das auf Quechua um einiges kürzer, dennoch eine nette Verabschiedung, wie ich finde. Ich war doch relativ fertig als wir so durch Machu Picchu gelaufen sind, weshalb ich mich auch nicht mehr an alle historischen Details erinnere, aber es war definitiv beeindruckend diesen Ort mal gesehen zu haben und man hat einen großen Respekt vor den Inkas (oder dem Volk davor, so klar ist das nämlich nicht), die ohne jeglichen motorenbetriebenen Gerätschaften, diese perfekten Wände gebaut haben.

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Nach der Führung mit unserem Guide hätten wir uns auch noch länger in Machu Picchu aufhalten können, aber bis auf Panos waren wir dazu alle nicht mehr motiviert. Panos ist dann noch einmal zu einem der höchsten Punkte Machu Picchus gelaufen, während wir uns im Café gestärkt haben. Sogar mein Frappucchino hatte Inkasteine in Schokolade integriert:

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Mal abgesehen von der unwahrscheinlich demotivierten und unfähigen Bedienung in diesem Café war mein Kaltgetränk dann auch okay. Panos kam dann irgendwann auch wieder zu uns und zu fünft sind wir mit dem Bus von Machu Picchu in das Dorf Aguas Calientes gefahren. Dieser Ort existiert erst seit der Neuentdeckung Machu Picchus und besteht eigentlich nur aus Restaurants, Hotels, einer heißen Quelle und Bahnschienen. Die verliefen übrigens direkt neben dem Restaurant, in dem wir unser Mittagessen hatten.

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Bahnschienen direkt neben dem Restaurant…

Nun hatten wir ja fast vier Tage lang keinen Alkohol zu uns genommen, was Christian und ich zum Anlass genommen haben erstmal Bier zu trinken. Das war auch eigentlich ne super Idee, denn nach unserem echt leckeren (aber schweineteuren!) Mittagessen ging es mit dem Zug zurück nach Ollantaytambo. Die Zugfahrt habe ich aufgrund des vorherigen Alkoholgenusses die meiste Zeit schlafend an Panos‘ Schulter verbracht, aber wenn ich die Augen mal auf hatte, sah die Umgebung ganz nett aus. Christian hatte es mir gleich getan und wie schön war sein Zitat danach als wir im Auto saßen, das uns zurück nach Cusco brachte „halbbesoffen ist auch nicht schön“ so oder so ähnlich, ich musste zumindest lachen. 🙂 Gegen halb Sieben waren wir dann aber endlich wieder in Cusco und haben nach 4 Tagen ohne Dusche erstmal geduscht! Was für ein Gefühl, man ist wieder Mensch, vorher haben wir uns ja immer nur mit heißem Wasser ein wenig waschen können, Duschen gab es ja nicht. Nun wer uns kennt, danach mussten wir aber erstmal was essen und haben den peruanischen McDonalds Bombers ausprobiert…tja, was soll ich sagen. Man kann auch das System der Systemgastronomie einfach über den Haufen werfen, vier Mädels vom Grill hinter den Schalter stellen und den Vorgang des Bestellens und Ware aushändigens so kompliziert wie möglich machen…davon mal abgesehen, dass es zu trinken nur Orangenlimonade gab. Hier nennt man nämlich auch seinen Namen, weil man ganz fast food üblich erstmal dumm in der Ecke steht bis man per Lautsprecher ausgerufen wird… aber lecker wars. Danach sind wir dann alle vier ganz schnell ins Hostel und ab ins Bettchen, das hatten wir uns ja auch hart verdient. 😉

6 Gedanken zu “Machu Picchu: der Weg der Inkas

  1. Mein liebes Marinchen, nun hast du es geschafft – super! Meine Hochachtung, dass ihr den Inka-Trail gelaufen seid!!! Erinnerungen an „mein“ Machu Picchu Besuch, am 1.1.11 werden wach. Wir waren faul mit dem Zug und das letzte Stück mit dem Bus gefahren, wie die meisten Touries eben. Viel Spaß in Bolivien – pass auf dich auf! deine Kerstin!

  2. Marina, Du kannst sooo stolz auf Dich sein… und sogar freiwillig auf 4.000 Meter! Du bist toll!!!

    Aber warum dürfen die Porter nicht auf den Machu Picchu?

    Das mit den Guides kenn ich übrigens aus Istanbul… da waren es immer „nur noch 800 Meter“ oder „2 Minuten“… die dann meistens noch ca ne halbe-dreiviertel Stunde gedauert haben… 😉

    Das Bild von Dir am Machu Picchu ist übrigens total toll!!! … So happy siehst Du da aus… ich bin mal wieder neidisch. 😉

    • Dankeschön :), ich nehm mal an, weil sie sich das Ticket nicht leisten können und ab dem Aufstieg am letzten Tag braucht man sie ja auch leider nicht mehr.

  3. Hi Marina!

    Mit etwas zeitlicher Verzögerung auch von mir: Glückwunsch das Du das geschafft hast. Ich weiß nicht wie oft ich beim lesen bzw. Bilder schauen „Ach du S….meine Güte“ gesagt habe. Ich finde schon, dass man ein wenig die Anstrengungen „mitbekommt“. Hast bestimmt einen guten Pulsschlag da oben gehabt….auch Dank der Blätter. 😉

    Schön witzig. Während Du Eis auf dem Zelt hattest habe ich in Malle am Pool gelegen hehe.

  4. Hallo,

    ich schreibe gerade eine Seminararbeit über die Auswirkungen des Tourismus auf Machu Picchu!
    In einem Punkt komme ich auch auf die Porter zu sprechen! Ich habe dein Bild gesehen und wollte fragen, ob ich es eventuell mit in meine Arbeit einbauen könnte! Es würde perfekt mit rein passen 🙂
    (Ich werde natürlich dazu angeben, woher ich es habe etc.)

    Liebe Grüße,
    Judith

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