Potosí: eine Stadt mit zwei Gesichtern

Gesicht 1: das koloniale Potosí

Mit unserem Hostel fange ich auch erst einmal an, das Hostal Eucalyptus ist ein Traum! Es hat erst im Februar 2013 eröffnet und das merkt man auch, denn alles ist neu. Unser Zimmer war riesig und es gab ca. 10 Steckdosen, davon sogar einige in sinnvoller Höhe. Denn ich weiß nicht wieso, aber Steckdosen werden in diesem Land gerne in der Mitte der Wand angebracht, so dass Mobiltelefone mehr oder weniger freischwingend geladen werden. Das absolute Highlight aber: warme, nein heiße Duschen!!! Und zwar nicht wie sonst mithilfe von elektrischen Gerätschaften bei denen im Duschkopf das Wasser erhitzt wird, sondern wirkliches warmes Wasser aus der Leitung. Wir wollten da gar nicht mehr raus! Außerdem hatte unser Hostel eine sehr schöne Dachterrasse mit der man einen tollen Blick über die Stadt hatte.

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Unser Hostel & der Blick von der Dachterrasse

Das Frühstück war im Preis ebenfalls inkludiert und bestand aus Saft, Obst, Rührei, Brötchen (hier hatten wir sogar einmal richtige Baguettebrötchen), Marmelade, Butter und Kaffee. In meiner Euphorie dachte ich ja, das wäre richtiger Filterkaffee gewesen, war aber Nescafé – was mir zu denken gibt, habe ich mich etwa an diese Plörre gewöhnt? Wir hoffen es mal alle inständig nicht, ja?

Frisch gestärkt haben wir uns nach dem Frühstück erst einmal wieder aufs Zimmer verzogen, denn unserer Stadtführung war erst für 14.00 Uhr angesetzt. Da unser Guide allerdings eine halbe Stunde später kam (mit Anruf) sind wir auf die Suche nach einem Geldautomaten gegangen. Wir haben auch mehrere gefunden, die wollten aber alle meine Mastercard nicht haben… einen habe ich dann aber doch gefunden, der sich erbarmt hat mir Bargeld auszuhändigen und das sogar in kleinen Scheinen, ist hier nämlich ebenfalls Mangelware, wie in allen Ländern Südamerikas wie mir scheint. Unser Guide war erstmal erstaunt als ich meinte, die Tour wäre ja in Englisch, denn die Dame von der Agentur hatte mich am Telefon extra noch einmal gefragt in welcher Sprache wir die Tour gerne hätten. Zunächst war er mir ja ein wenig unsympathisch, weil er vorne weggerannt ist und wir es eigentlich nicht eilig hatten. Er lieferte uns dann auch zuerst einmal bei der Casa Nacional de la Moneda ab, einer ehemaligen Münzprägerei zu Kolonialzeiten. Dort hatten wir eine Führung von einer sehr netten, aber auch sehr erkälteten Dame in Englisch, die auch noch Französisch sprach! Das Gebäude in dem heute Kunstwerke und alte Prägemaschinen untergekommen sind, ist sehr schön restauriert worden und die Führung hat einen tollen Überblick über die Münzherstellung gegeben. Allerdings auch über die schrecklichen Umstände, unter denen die indigenen Sklaven unter den Spaniern dort arbeiten mussten.

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Altertümliche Maschinen zum Walzen der Silberbarren

Denn in Potosí mussten Millionen Südamerikaner und Afrikaner, die als Sklaven hierher verschifft wurden, unter menschenunwürdigen Bedingungen für die Spanier schuften – und zwar in denen vor der Stadt gelegenen Silberminen, diese machten Potosí einst zu einer der reichsten Städte der Welt und es wird behauptet, dass man mit all dem Silber, das die Spanier aus dem Berg Cerro Rico haben fördern lassen, eine Brücke von Potosí bis nach Spanien hätte bauen können. Das selbe könnte man aber auch mit den Knochen all derer, die unter den Spaniern gestorben sind, von 8 Millionen ist hier die Rede – allein in Potosí! Da die hierher gebrachten Schwarzamerikaner überhaupt nicht mit der Höhe umgehen konnten (Potosí ist neben oder mit La Paz die höchste Stadt der Welt), sind diese innerhalb weniger Monate gestorben, so dass die Spanier sie irgendwann in niedrigere Gebiete rund um La Paz geschafft haben, damit sie dort Coca anbauen für die indigene Bevölkerung, die dafür in Potosís Minen arbeiten musste. Das Silber wurde u.a. auch zur Münzherstellung verwendet, und um Kleingeld zu produzieren, wurden damals Chemikalien verwendet, die die Arbeiter innherhalb von weniger als 5 Monaten sterben ließen. Schneller als die Esel, die die Maschinen zur Münzverarbeitung antreiben mussten, Esel leben normalerweise ca. 25 Jahre, aber durch diese Arbeitsbelastung starben sie innerhalb von bereits erwähnten 5 Monaten.

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Nachgestellte Szene: Plastikesel setzen Maschine in Gang

Die Spanier hatten noch mehr schöne Dinge in Peto, so wurde von jeder Münzcharge, die in Potosi produziert wurde, ein Geldstück in einer Art Kiste gesammelt, die dann nach einem Jahr nach Spanien geschickt wurde. Dort untersuchten die königlichen Laboranten die Münzen und wenn auch nur eine nicht den Ansprüchen genügte, wurde der zuständige Leiter der Geldherstellung in Potosí getötet.

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Der verhängnisvolle Münzkasten

Trotz der traurigen Geschichten dort, ist die Casa de la Moneda ein wunderschönes Gebäude, das im Innenhof von einer merkwürdigen Maske geschmückt wird.

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La Casa Nacional de Moneda

Man erkennt es auf dem Bild wahrscheinlich nicht so gut, aber die Maske lächelt auf zwei unterschiedliche Art und Weisen. Zumindest ist das eine der Theorien, die diese Maske umranken, denn eigentlich weiß wohl keiner so genau ihre Bedeutung. Nun besagt diese Theorie, dass die rechte Gesichtshälfte amüsiert lächelt, weil sie auf den Cerro Rico schaut – dies soll die spanische Seite symbolisieren, die durch den Berg sehr viel Reichtum erlangt. Die andere Gesichtshälfte lächelt eher gequält und repräsentiert die indigene Bevölkerung, die in diesem Berg ausgebeutet wird und das auch noch in ihrem eigenen Land. Aber auf diese traurigen Geschichten aus der Kolonialzeit trifft man hier ja immer wieder.

Danach ging es dann mit unserem Guide los zum Stadtrundgang. Dabei sind wir an der Plaza 10 de Noviembre vorbeigekommen, ein hübscher kleiner Platz, der das Herz der Stadt ist und an dem auch die Kathedrale und das Verwaltungsbüro des Bezirkes Potosí stehen.

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Plaza 10 de Noviembre

Anschließend sind wir, ich würde behaupten, fast 2 Stunden durch Potosí gelaufen, das mittlerweile zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt worden ist aufgrund seiner kolonialen architektonischen Charakteristika. Irgendwie ist es aber auch komisch, wenn man von überall auf den Cerro Rico schaut, den Berg in dem bis heute noch geschürft wird, dazu komme ich dann aber noch einmal sehr detailliert (tut mir leid, Leute) weiter unten im Artikel.

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Im historischen Teils Potosís

Wie schon in La Paz vereinigen sich auch hier in der sakralen Architektur Katholizismus und indigene Einflüsse, wie man sehr hübsch an den Fotos der folgenden Kirche erkennen kann, in der Sonne und Mond repräsentiert werden.

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Bei genauerem Hinsehen, erkennt man: der Mond

Unser Guide war dann auch mittlerweile aufgetaut und in einem Spanisch-Englisch Mix war die Führung sehr interessant, wenn auch anstrengend. Obwohl wir ja jetzt schon sehr lange auf diesen Höhen um die 4.000 Meter reisen, hatte ich wirklich Probleme beim Atmen in Potosí und war nach der geringsten Anstrengung, wie Haare kämmen, aus der Puste. Unglaublich, deswegen war unser Spaziergang durch die steilen Gassen Potosís auch nicht gerade erholsam Da wir kein MIttagessen hatten, ich aber den ein oder anderen Snack auf der Stadttour, sind wir nach der Tour erstmal was Essen gegangen.

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Mein Snack: Kartoffelteig gefüllt mit Käse – war das scharf!!

Nach dem Abendessen sind wir dann zurück ins Hostel und haben uns dort noch ein Stück Apfelkuchen gegönnt, das wir im Café vorher mitgenommen hatten, sehr lecker und vor allem nicht zu süß! Am nächsten Tag mussten wir nämlich wieder relativ früh abfahrbereit sein, denn wir haben eine der Minen im Cerro Rico besucht.

Gesicht 2: die Minen

Wir hatten vorher schon gelesen, dass ein Besuch der Minen in Potosí nicht ohne ist und mir hatten das auch schon einige Leute erzählt, somit waren wir gespannt was uns erwarten würde. Zunächst aber einmal musste eine Stärkung in Form des Frühstückes her, danach schnell die dreckigsten Klamotten angezogen und los ging es. Aus unserem Hostel war noch ein nettes holländisches Pärchen mit auf der Tour und so wurden wir alle vier mit einem kleinen Bus abgeholt. Sehr amüsant ist, dass fast alle Busse hier Second Hand sind und zwar aus Japan. Deswegen sind diese normalerweise auf japanisch beschriftet. Wir hatten uns schon gewundert, was es damit auf sich hat. 🙂 Im Bus waren noch mehr Leute, darunter eine Französin, die mirgehörig mit ihrem schrecklichen Gesang auf die Nerven ging. Wie sich später rausstellte, war sie aber ganz nett und wahrscheinlich hat sie meine vorherigen Drohungen auch verstehen können, denn sie sprach perfekt deutsch…

Nach einer kurzen Fahrt hielten wir an, um uns andere Klamotten sowie Gummistiefel über- bzw. anzuziehen. Im Nachhinein bin ich da heilfroh drüber gewesen, wir sahen danach aus wie kleine Schweine, die sich im Dreck gesuhlt hatten!! Es gab auch noch einen Helm inkl. Stirnlampe – modetechnisch befanden wir uns in diesem Moment definitiv ganz weit vorne.

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Stil ist nicht das Ende des Besens, nicht wahr…

In neuer Montour ging es dann zum Straßenmarkt der Bergarbeiter, wo wir in einem Geschäft Dynamit inkl. Zünder sowie Getränke für die Minenarbeiter gekauft haben, sozusagen als Gastgeschenk. So eine Stange Dynamit plus Beschleuniger und Zündschnur kostet übrigens 20 Bolivianos, gut 2€…und da machen sich die USA Gedanken über die Achse des Bösen irgendwo im Nahen Osten, wenn man hier ohne jegliche Kontrolle Dynamit kaufen kann. Außerdem kann man hier auch noch 96%igen Alkohol käuflich erwerben, denn die Minenarbeiter vor allem gerne am Freitag trinken.

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Neulich im Supermarkt: Zigaretten, Alkohol und Dynamit

Auf dem Markt haben wir dann noch Coca-Blätter, ebenfalls als Geschenk für die Minenarbeiter gekauft. Denn das ist das Einzige was sie während der Arbeit zu sich nehmen. Aus diesem Grund mussten auch die afrikanischen Sklaven Coca anbauen, damit es die Minenarbeiter kauen konnten. Essen ist in den Minen nämlich nicht möglich, die Nahrung würde sofort total verschmutzen und die Arbeiter davon krank werden. Vergleicht man die Bedingungen in den Minen heute mit denen zur Kolonialzeit hat sich eigentlich kaum etwas verändert. Heute arbeiten die Bolivianer immerhin für sich selbst, die Minen sind in Kooperativen organisiert und jeder kann so viel arbeiten wie er möchte. Doch auch heute noch sind die Arbeitsbedingungen urtümlich, die Schächte sind nicht ausreichend gesichert, gearbeitet wird mit einfachen Werkzeugen und die Luft dort unten ist kaum zu ertragen. Durch den Quarzstaub, der in den Minen durch das Schürfen freigesetzt wird, werden viele Arbeiter krank und sterben an einer Quarzstaublunge. Dieses Risiko gehen die Arbeiter ein, da es in Potosí zur Mine nicht viele Arbeitsalternativen gibt und sie dort bis zu 5.000 Bolivianos / Monat (ca. 550 €) verdienen können, während das Durchschnittsgehalt in Potosí bei anderen Jobs bei um die 1.000 Bolivianos liegt.

Vor dem Besuch der Mine, haben wir noch die Mineralraffinerie besichtigt, in dieser werden durch Chemikalien die Mineralien voneinander und aus dem Gestein gelöst. Früher konnte reines Silber geschürft werden, heute wird das so genannte completo abgebaut, ein Mix aus verschiedenen Mineralien. Auch hier sind die Arbeiter ständig den giftigen Dämpfen ausgesetzt und wenn man sich die Maschinen mal anschaut, merkt man, dass diese wohl schon ein paar Jahre in Betrieb sind.

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In der Mineralraffinerie

Danach ging es dann los zur Mine, auf dem Weg haben wir noch einmal Halt gemacht für Fotos vom Berg und der Stadt.

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Cerro Rico & der Ausblick über Potosí

Unser Guide sprach ein super Englisch und hat selbst 2 Jahre in der Mine gearbeitet. Die Gruppe hatte sich vorher aufgeteilt in englisch- und spanischsprachig, weshalb die Gruppe aus der Französin (welch Wunder!), den zwei Holländern und uns bestand. Vor dem Mineneingang erzählte unser Guide dann, dass gestern an dieser Stelle ein Lama geopfert wurde und sein Blut über dem Eingang verschmiert wäre, ob das jetzt so stimmt, weiß ich nicht, aber schaurig fand ich das schon.

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Der Mineneingang

Ca. 2 Stunden waren wir in der Mine und ich muss auch ehrlich sagen, mehr ging fast nicht. Zunächst konnten wir noch aufrecht laufen, aber danach ging es mehr gebückt und krabbelnd vorwärts bzw. abwärts.

Die Arbeiter glauben alle an einen Teufel, ihrem Schutzpatron, dem sie Cocablätter und Alkohol opfern, damit er ihnen gute Erträge und Sicherheit bringt. Von diesen Puppen gibt es in den Minen viele. Um zu einer dieser zu gelangen, mussten wir aber erstmal auf allen vieren durch einen engen Schacht krabbeln.

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Der Teufel: Schutzpatron der „mineros“

Ganz wichtig ist, dass diese Puppe einen großen Penis hat, der unseres Schutzpatrones war allerdings abgebrochen und müsste mal restauriert werden. Nach diesem ersten Geschmack wie es in der Mine zugeht, haben die beiden Holländer die Tour abgebrochen, weil sie Probleme mit dem Atmen hatten. Das habe ich auch gemerkt, die Luft dort ist unwahrscheinlich staubig, zum Schutz hatten wir Schals an, aber mit denen kann man nicht wirklich gut Luft bekommen, weshalb man ständig am Wechseln war zwischen Schal tragen und nicht tragen. Zu Dritt plus Guide ging es dann weiter, auf dem Weg durch die Mine hat der Guide unsere vorherigen Einkäufe an die Minenarbeiter verschenkt. In der Mine arbeiten übrigens auch Kinder, ab 14 Jahren helfen sie ihren Vätern bei der Arbeit, stirbt der Vater, müssen die Söhne unverzüglich den Platz in der Mine einnehmen. Ich kann gar nicht sagen, wie dankbar ich für meine Schulbildung und meine bisherigen Bürojobs bin, ernsthaft.

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Der Weg durch die Mine & Minenarbeiter

Ich habe mir auf dem Weg durch die Mine mehrmals den Kopf angehauen, zum Glück hatte ich den Helm auf, sonst hätte ich mir wahrscheinlich Gehirnerschütterung vier und fünf zugezogen. Den Besuch in der Mine zu beschreiben, ist schwierig. Man klettert wirklich durch sehr sehr enge Schächte oder steigt über wackelige Leitern in noch engere Schächte in denen Menschen arbeiten. Zumal ist es in manchen Tunneln unwahrscheinlich warm, bis zu 40 Grad! Auf dem Weg sucht man immer wieder Schutz an der Seite, weil Arbeiter Waggons mit 2 Tonnen Stein zur Abtransportstelle ziehen, einer vorne, zwei hinten, keine technischen Hilfsmittel.

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„Mineros“ bei der Arbeit

Zwischendrin, wenn es einen Schacht hochging und die Wände glitschig waren, weiß ich jetzt gar nicht mehr, wie wir das hochgekommen sind. Beim letzten Schacht sind die Französin und ich dann alleine mit dem Guide gegangen und das war auch wirklich noch einmal eine Steigerung der vorherigen Wege in der Mine. Zunächst mussten wir uns in einen Schacht hineinrutschen lassen, uns dort drehen, über eine Leiter steigen und uns dann zwischen drei Holzstreben in einen noch engeren Schacht durchzwängen. Leider war ich nicht wirklich in der Lage davon Fotos zu machen, nur vom ersten Teil dieses Weges.

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Unser Guide, der durch den Schacht klettert

In einem kleinen Hohlraum haben wir dann vier Jungs getroffen, von denen zwei erst 18 Jahre alt waren und einer erst seinen ersten Monat in der Mine hinter sich hat, der andere schon 4 Jahre. Trotz allem hatten die Jungs aber wohl Spaß, sie haben sich in Quechua mit unserem Guide unterhalten und ich habe ab und zu mal „chicas“ verstanden, also keine Ahnung worüber die sich ausgetauscht haben, aber bei den Arbeitsbedingungen lasse ich den (wahrscheinlichen) Sexismus mal gelten.

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Meine Kamera ist übrigens nicht beschädigt, das ist der Staub auf der Linse

Der Weg zurück war noch schlimmer, weil ich mich dieses Mal unter der untersten Strebe rückwärts durchzwängen musste, meine Klamotten sahen danach auch sehr gut aus. Wie auch meine Kamera und meine Kameratasche, mal ganz abgesehen von meinen Händen… zum Glück haben wir danach Kedda abgeholt und sind wieder aus der Mine raus!

Draußen haben wir erst einmal die Hände gewaschen und uns mit den Holländern ausgetauscht, die draußen auf uns gewartet haben. Mit dem Bus ging es dann zurück zum Klamotten ausziehen, ich denke die Reinigung lässt mich auch zweimal zahlen für den Dreck, den ich ihr da anschleppe. Unsere Guides haben das auf die französische Art gelöst und die Klamotten sauber getreten.

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Wäsche machen auf bolivianisch

Eigentlich hatte ich noch mit dem Gedanken gespielt mir nachmittags ein Kloster in Potosí anzuschauen, aber wir waren uns beide einig, dass nach dieser Erfahrung das Bett gerufen hat. Ausgeruht sind wir dann abends ins 4.060, einem für Bolivien recht stylischen Restaurant in dem wir auch gut gegessen haben inkl. Eisbecher. Am Samstag haben wir dann mal ein wenig ausgeschlafen und nach dem Frühstück unser Zeug gepackt, da wir an diesem Tag um 13.00 Uhr mit dem Bus nach Sucre gefahren sind. Ich korrigiere mich übrigens, es gibt in Potosí ein richtiges Busterminal mit richtigen Büros und Türen usw., da sind wir nämlich abgefahren und nun seit gestern hier im sehr schönen Sucre. Zusammenfassend, ich würde jedem einen Besuch der Minen empfehlen, aber nur wenn man frei von Platzangst ist und auch ansonsten sich nicht wegen allem was passieren könnte Gedanken macht.

3 Gedanken zu “Potosí: eine Stadt mit zwei Gesichtern

  1. Hallöle Marinchen, na danke für den Tipp, aber ich wäre wahrscheinlich trotzdem nicht mit rein in die Mine, niemals nie!!!
    Die Salzwüste vorher wäre auch noch mal `nen Besuch wert, aber nicht im bolivianischen Winter… Ich genieße täglich warme Temperaturen und ordentlichen Kaffee – deine Kerstin

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