Queenstown: Sprung des Grauens

Direkt bin ich von Milford Sound nach Queenstown gefahren und ich war sehr froh, das ich wusste, dass ich die nächsten Tage kein Auto fahren würde. Queenstown war übrigens mal eine Goldgräberstadt, habe ich ja überhaupt nicht gewusst. Nachdem die Goldvorräte erschöpft waren, glich die Stadt wohl mehr einem verlassenen Ort im wilden Westen. Heute ist das nicht mehr ganz so und Queenstown ist ja bekannt für die vielen verschiedenen Möglichkeiten seine Freizeit hier etwas spannender auszugestalten. Was ich auch nicht wusste, dass Queenstown sehr hübsch an einem See liegt. Ich bin auf dem Weg zum Hostel noch schnell bei einer bekannten Fast Food Kette vorbei und danach habe ich mich nicht mehr aus meinem Hostel Nomad Backpackers bewegt. Das Hostel lag super gut, ca. 1 Minute vom See und der Shotover Street entfernt. Allerdings ist es auch riesig, so richtig gemütlich war das nicht. In meinem Zimmer waren zwei Australier mit denen ich mich unterhalten habe, ein Brasilianer und ein japanisches Pärchen. Wenn ich eines mittlerweile echt hasse, dann Pärchen im Dorm, das braucht doch echt kein Mensch… Na gut, die Australier sind dann noch Einen heben gegangen, aber ich hatte einfach immer noch keine Lust mich mit Alkohol zu beschäftigen.

An meinem ersten Tag in Queenstown habe ich zunächst ein paar Erledigungen gemacht. Zum Frühstück war ich im Vudu Café, das im Internet beste Empfehlungen hatte. Und wie fast jeden Tag, hatte ich zum Frühstück Eggs Benedict, ich liebe sie einfach. 🙂 Papa, die können dann auch gerne auf die Liste der Dinge, die ich zum Frühstück haben möchte, wenn ich wiederkomme. Danke! 😉

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Eggs Benedict

Da die Portion irgendwie für mich nicht ausreichend war, habe ich mir noch einen Porridge gegönnt. Da muss ich aber leider sagen, da hatte ich schon bessere.

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Danach bin ich gut gestärkt zum Kiwi Birdlife Park gegangen. Das der auf einem Berg liegt, wusste ich auch nicht…Queenstown hat mich von seiner Architektur übrigens an einen Skiort in Österreich oder der Schweiz erinnert. Da es extrem schwer ist Kiwis in der freien Wildbahn zu sehen, hatte ich über book.me ein Ticket für den Park zum halben Preis erstanden. Denn dort ist es sozusagen garantiert, dass man Kiwis sieht.

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Der Eingang zum Kiwi Birdlife Park und das Maskottchen auf dem Park-Auto

Immerhin hatte man von da oben einen schönen Blick auf Queenstown.

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Ausblick auf Queenstown

Der Park beherbergt neben Kiwis auch noch andere Vogelarten. Aber zunächst einmal waren die Kiwis das Highlight. Da sie nachtaktiv sind, besucht man die Tierchen in einer nur mit Rotlicht ausgestrahlten Behausung. Da Vögel wohl rot nicht wirklich gut sehen, hat es für sie den Anschein als wäre es Nacht. Und da liefen tatsächlich zwei Kiwis rum! Leider darf man dort keine Fotos machen, aber so ein Kiwi ist ganz schön groß und richtig niedlich, wenn er mit seinem langen Schnabel in der Erde rumstochert auf der Suche nach Nahrung. Eine Viertelstunde später, war dann auch schon die Kiwifütterung. In einer Art Reagenzglas bekommt das Kiwi-Paar eine ganz merkwürdige Mischung an Futter. Die Tierwärterin hat die Gläser in der Erde deponiert und die beiden haben ganz harmonisch zu zweit drauß gefressen. Ein Kiwi legt übrigens ein Ei, das 30 % seiner eigenen Körpergröße entspricht, die haben uns ein Röntgenbild gezeigt, armes Kiwi-Weibchen.

Nach der Fütterung habe ich mir noch den Rest vom Park angeschaut, da folgen einfach mal ein paar Bilder. Neben den Vögeln (die ich mit meiner Kamera nicht wirklich gut fotografieren kann), gab es auch noch eine kleine Ausstellung zum Leben der Maori.

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Im Park habe ich dann auch den Papagei gesehen, der mir am Tag vorher auf der Straße begegnet war. Ich meine die heißen Kea

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Im Park liefen auch Paradiesenten herum, die ganze Familie Duck inkl. der kleinen flauschigen Küken.

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Mama Paradiesente und Küken

Im Eintrittspreis war neben der Kiwifütterung auch noch eine Tiershow enthalten. Da sind dann allerhand Vögel hin und her geflogen und mein persönliches Highlight ein Opposum. Allerdings sind die für die Neuseeländer ja mehr eine Plage, weil sie eingeschleppt wurden zur Fellzucht, jetzt sind sie ein Problem für die natürlichen Bewohner der Insel. Uns wurde auch nahegelegt Opossum Socken oder Handschuhe zu kaufen, das habe ich aber nicht übers Herz gebracht. Nach dem Besuch im Park bin ich noch am Friedhof von Queenstown vorbeigekommen. Der hatte irgendwas, so auf einem Hügel gelegen.

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Queenstowns Friedhof

Nach diesem kleinen Ausflug habe ich meine Einkäufe ins Hostel gebracht und mich nachmittags noch mal auf eine Erkundungstour begeben und bin am See, an dem Queenstown liegt vorbeigelaufen. Dort war auch gerade ein kleiner Handwerksmarkt und da Samstag war, waren auch die Straßen und Cafés voll mit Menschen. Fand ich ja gut nach der ganzen Abgeschiedenheit an der Westküste. Auf der Shotover Street habe ich dann für den nächsten Tag mein Adrenalin-Paket käuflich erworben: Rafting, Shotover Jet fahren und Bungy Jumping – zum Schnäppchenpreis von 544 Dollar – reden wir einfach nicht davon.

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Queenstown von einer seiner hübschesten Seiten

Anschließend bin ich noch eine Runde durch den Queenstown Garden gelaufen. Ein sehr hübscher Park, nett angelegt mit einem kleinen Bach, Brücken und jeder Menge Blumen.

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Queenstown Garden & das letzte Bild: Denkmal für die Opfer des 2. Weltkrieges

Danach bin ich ins Hostel und habe mich ein wenig mit dem Brasilianer unterhalten, der in seiner Woche hier zum wahren Bungy Jumping Süchtigen geworden ist, insgesamt 6 Mal ist er wohl gesprungen. Davor hatte ich ja wirklich Bammel: Springen nur an einem Seil hängend. Das stand mir dann am nächsten Tag bevor.

Ich stand extra früh auf, um bei Bob’s Weigh noch mein alltägliches Frühstück zu genießen und stand dann pünktlich um 8.00 Uhr an der Touristeninformation. Von dort aus ging es mit einem Bus zum Rafting. Leider habe ich dieses Mal keine Fotos vom Rafting, weil ich es vergessen habe danach noch mal in der i-Site vorbeizuschauen. Die Busfahrt dorthin war aber schon ein Erlebnis für sich. Nachdem wir unsere Wetsuits anhatten, ging es wieder in den Bus und auf eine der gefährlichsten Straßen der Welt, ja in Neuseeland, das gibts hier auch. Ohne Fahrbahnbegrenzung fährt man am Abgrund vorbei, an einer Stelle musste der Fahrer das rechte Vorderrad über den Abgrund schieben, damit er hinten nicht am Berg entlang schrappt…aber ich vertraue den Leuten ja immer blind und habe mir keine Sorgen gemacht. Lustiger Weise habe ich beim Raften Jess wiedergetroffen, die ich aus Franz Josef kannte, kleines Land. Das Rafting war echt ganz cool, zwischendrin etwas „langweilig“, da schipperte man nur so auf dem Kawarau River. Hier in der Nähe wurden auch Szenen von Herr der Ringe gedreht. Es gab aber zwei Stellen beim Rafting, die richtig Spaß gemacht haben, wo es an Steinen vorbei richtig hoch und runter ging. Außerdem sind wir durch einen Tunnel geraftet, angeblich der längste Tunnel, den es gibt beim Rafting weltweit. Da hier im Fluß nach Gold gesucht wurde, sind rechts und links am Ufer oft Überreste von der Maschinerie zum Goldsuchen zu sehen, hätt ich ja nicht gedacht, dass die in Neuseeland den Schrott einfach so rumliegen lassen.

Praktischer Weise lag das Unternehmen zum Jetboot fahren direkt neben dem Rafting Office. So konnten wir duschen und ein Teil der Gruppe, so wie ich, ist direkt weiter zum Shotover Jet fahren.

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Shotover Jet Queenstown

Beim dieser Aktivität fährt man mit so einem lustigen Boot super schnell auf dem Fluß herum und wird dabei nass. 🙂 Der Fahrer macht dann noch ein paar Witzchen und dreht das Boot im Kreis oder fährt ganz nah an den Felsen vorbei. Das war schon cool, aber der Spaß kostet normalerweise einzeln 129 Dollar für ca. 15 Minuten, das finde ich dann doch etwas überteuert.

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Jetboot-Ablegestelle

Vom Jetboot fahren habe ich auch keine Fotos, weil die a) nicht gut waren und b) wollten die wieder 40 Dollar von mir, irgendwann ist ja auch meine Lust am Geldauszugeben erschöpft. Schnell ging es wieder in den Bus und wir fuhren zurück nach Queenstown zum Büro von AJHAckett, dem Bungy Jumping Unternehmen. Zum Lunch hatten wir gar keine Zeit, dafür hat mich Sam (23, Australien) angesprochen, der mit Craig (ebenfalls Australien) einen Wochenendtrip nach Queenstown gemacht hat. Wir haben uns dann sehr nett unterhalten und es stellte sich heraus, dass wir sogar den gleichen Bungy Sprung machen: Nevis Bungy – mit 134 Metern der höchste in Neuseeland. Die Fahrt dorthin dauerte ca. 40 Minuten und ich war wirklich aufgeregt…ist ja auch irgendwie bekloppt 134 Meter in einen Canyon zu springen!!!

Außerdem muss den ihre Waage spinnen, so viel kann ich gar nicht wiegen! Um den Anfänger beim Bungy Jumping noch mehr zu demütigen, muss man sein Gewicht in RIESENZahlen auf seiner Hand geschrieben mit sich herumtragen. Da war ein Holländer, der 10 Kilo weniger wog als ich, da kann doch was nicht gestimmt haben! Naja, wir bekamen dann jeder den Bungy Gurt um und durften dann zur Aussichtsplattform.

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Von dieser kleinen Plattform springt man

Dort sieht man dann dieses kleine Häuschen an Seilen hängend über einem Canyon…mit einer kleinen Gondel fährt man dann dort hinüber.

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Die Gondel des Grauens

Die Typen, die da arbeiten sind schon alle ziemlich cool, dass muss man einfach sagen. So richtig wie man sich den Stereotyp vorstellt, verspiegelte Sonnenbrille, Muskelshirt und grade mit der Schule fertig. 🙂 Außerdem lief dort exrem laute Technomusik, was ich ganz gut fand, hat man die anderen wenigstens nicht schreien hören. Um das Erlebnis noch mehr auszugestalten, ist der Boden in dem Kasten teilweise verglast. So kann man von oben den Personen beim Springen zuschauen…woohoo. Ich habe zwar Bilder und Video vom Sprung gekauft, aber leider mag meine SD Karte, die nicht aufs iPad auslesen, deshalb nur Fotos von den ausgedruckten Bildern. In dem Häuschen sieht es dann so aus:

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Ich kann Euch sagen das Gefühl kurz vor dem Sprung war echt nicht schön, kann mich nicht erinnern wann ich das letzte Mal so aufgeregt war! Außerdem sitzt man vorher noch auf einem Stuhl und bekommt das Bungyseil um..

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Meine erste Assoziation: elektrischer Stuhl

Als ich aufgestanden bin vom Stuhl um zum „Sprungbrett“ zu laufen, war mir so mulmig, ich meinte auch zu dem Typen, „I think, I can’t do that“. Aber die Jungs sind da eiskalt, der hat einfach 3,2,1 gezählt und dann musst du springen.

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Aber wer möchte da schon freiwillig runter springen???

Mir wurde gesagt, wenn man es dann nicht tut, ist die Hemmschwelle noch größer, also sprang ich.

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Sprung des Grauens

Leider bin ich wie ein Mädchen gesprungen und nich so cool, wie man es eigentlich tun sollte (und einem auf Bildern vorher erklärt wird). Aber ich habe mich getraut und wenn ich das nächste Mal die Gelegenheit habe, werde ich in jedem Fall noch mal springen. Das war echt super! Vorallem hüpft man dann ja noch ein paar Mal nach, beim ersten Mal versucht man dann irgendwas an den Beinen zu lösen, damit man nicht wie ein Fisch am Haken hochgezogen werden muss. Von da hat man dann auch eine super Aussicht. 🙂

Was ein Gefühl danach, hui. Bei Sam hat leider die Videofunktion nicht funktioniert, so dass sie ihn noch mal hätten springen lassen für umsonst, aber er wollte nicht. Ich hätte das ja sofort noch mal gemacht, um meine Haltungsnote zu verbessern. 🙂 Da wir ewig warten mussten, um die Bilder zu bekommen, aber Sam und Craig schon früher fertig waren, sind die schon mit einem Bus vor mir zurück in die Stadt. Wir verabredeten uns aber zum Essen bei Fergburger verabredet. Die Burger dort werden über alles gelobt und der Laden war echt total voll. Auch die anderen vier, die mit uns zum Sprung da waren, sind mit zum Essen dort und den Burger hatte ich mir ja redlich verdient, nicht wahr?

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Außerdem gab es Beck’s! Für günstiges 6,50 Dollar…aber egal, das brauchte ich. Danach bin ich wieder ins Hostel und habe mich etwas später mit den beiden Jungs auf ein Bierchen im Pub on Wharf getroffen. Aus einem Bier wurden allerdings mehrere und dann finden die beiden auch noch an mit Jäger-Bomb, Jägermeister Shots in Red Bull. Nachdem ich die letzten 3 Wochen fast keinen Alkohol getrunken hatte, war ich an diesem Abend doch recht motiviert, aber dementsprechend auch schnell etwas betrunken. Ich weiß nicht in wie vielen Bars wir danach waren, ich habe nur ein paar Bilder auf meinem Telefon gefunden, von denen fast alle nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, aber eines geht.

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Zu später Stunde im „Cowboy’s“

Ich hatte das Glück in dieser Nacht meinen Dorm für mich zu haben, da der Brasilianer und das Pärchen an diesem Tag abgereist waren (die Australier waren schon Samstag geflogen). Der Montag war dann überhaupt nicht schön…nachdem ich mich unter die Dusche geschleppt hatte, ging ich los um in Joe’s Garage zu frühstücken. Hatten mir Craig und Sam empfohlen, war auch wirklich sehr nett. Ich lief dann noch mal zum See habe mir bei Patagonia einen Apfel-Karotten-Orange Saft mitgenommen und mich an den See gesetzt. MIr ging es aber einfach nicht gut, so dass ich mich danach nur noch ins Bett gelegt hatte. Um es kurz zusammen zu fassen, so schlecht ging es mir in der gesamten Reisen nicht. Ich quälte mich dann mit apathischen Kopf hin und her schmeißen bis ich so hungrig war, dass ich mir an einem kleinen Stand am See was zu Essen geholt hatte und danach wieder nur im Bett verweilte. Spät abends kam ein Mädel in das Zimmer mit dem ich mich unterhalten hatte. Und sie arbeitet für Aj Hackett, ist die Sales Managerin für Bungy und da da die Firma am nächsten Tag 25 Jahre alt wurde, gab es in Queenstown eine große Feier. Sie arbeitet eigentlich in Auckland, aber darf an beiden Feiern teilnehmen. SIe hat das auch nur ca. 20x erwähnt, dass sie für AJ Hackett arbeitet, aber man muss ihr auch zugestehen, dass das schon ziemlich cool ist. Die Firma ist wohl auch sehr familiär, eine Woche vorher starb ein langjähriger Mitarbeiter bei einem Motoradunfall und die Firma hat die Beerdigung und die Raten für das Haus der verbliebenen Famliie bezahlt. Abends war sie dann noch mit AJ und dem anderen Gründer was Trinken, wie sie mir danach erzählt hat. Am nächsten Tag hat sie sich in ihr Partyoutfit gezwängt (fluoreszierende pinke Leggings und 25 Jahre T-Shirt) und ich bin los um zu meinem nächsten Ziel zu fahren Dunedin.

10 Gedanken zu “Queenstown: Sprung des Grauens

  1. Wow, was fehlt den noch an sportlichen Aktivitäten ? Das mit den Eggs Benedict geht klar . Wir freuen uns weil man Dich auf allen Fotos so strahlen sieht. machs gut und noch viele coole Sprünge !

  2. „Queenstown Garden & das letzte Bild: Denkmal für die Opfer des 2. Weltkrieges“

    Also auf dem Denkmal steht „1914 – 1918“. Bist Du wirklich sicher dass es sich um ein Denkmal des zweiten Weltkrieges handelte?? Willst Du nicht doch lieber einen Telefonjoker einsetzen?

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