VangVieng: Friends

Ich nahm den Bus um 19.30 Uhr nach VangVieng. Vielleicht ist dem ein oder anderen dieser Ort bekannt, hier starben angeblich die meisten Australier außerhalb Australiens. Bis vor eins zwei Jahren kamen Backpacker hierher, um sich mit Bier und Drogen in einen Gummireifen zu setzten und den Fluß hinabzu „tuben“. Tubing gibt es zwar immer noch, aber viele der Bars sind geschlossen worden und seitdem ist, glaube ich, auch niemand mehr ums Leben gekommen.

Da ich den Kouang Si Wasserfall bei Luang Prabang sehen wollte, hatte ich mich für den späten Bus entschieden. Vorausschauend wie ich bin hatte ich mein Hostel vorab gebucht, denn egal wo ich bisher in Laos war, es war super busy und ich hatte keine Lust mir mitten in der Nacht ein Bettchen zu suchen. Laut Reisebüro sollte die Fahrt 5 Stunden dauern, laut Mensch am Busbahnhof 6 Stunden und am Ende waren es dann 7,5 Stunden!

Ich rechnete damit gegen 1 Uhr in VangVieng anzukommen, da der Bus bis nach Vientiane fuhr und nur kurz in VangVieng stoppen sollte, bekam ich leichte Panik als ich aufwachte und feststellte, dass es 2 Uhr morgens war. Hatte ich den Stopp verpasst? Fuhr ich geradewegs in die laotische Hauptstadt? Das Nachfragen bei der Buscrew war extremst frustrierend, kein Mensch sprach Englisch und auf meine Frage „VangVieng?“ kam die Antwort „no“ – frei zu interpretieren, ob das meinte, dass wir noch nicht da wären oder nicht hinfahren würden. Ich überlegte mir schon, was ich so in Vientiane tun könnte, als wir gegen kurz nach 3 Uhr hielten und tatsächlich in ViengVang waren. Irritiert hatte mich, dass ich der einzige Passagier war, der den Bus verliess, wo VangVieng doch so ein beliebtes Backpackerziel ist. Nun ja, mit dem einzig verfügbaren TukTuk fuhr ich in die Stadt. Der Preis war unverschämt hoch, aber die 2 Kilometer laufen wollt ich auch nicht.

In meinem Guesthouse mit dem schönen Namen Nana Guesthouse angekommen, wurde ich sogar erwartet und sollte kurz Platz nehmen. In dem Moment gab es einen Riesenschlag und der Hotelbesitzer rannte in den 1. Stock. Ein paar betrunkene (wahrscheinlich kanadische) Männchen hatten versucht auf dem Dach rumzuklettern, das dann einkrachte. Welcome to ViengVang. 🙂

Ich schlief in einem 6er Dorm, nur Jungs und ich, n Traum. Äußerst befremdlich, es waren keine Stockbetten, sondern normale Betten, die in einer Reihe nebeneinander standen. Meines war so nah an den zwei Betten neben mir, dass ich mit dem Engländer, der im anderen Bett lag, sozusagen Nase an Nase schlief. Da die 4 16-jährigen Engländer so einen Krach machten beim Aufstehen, war ich auch wach und machte mich fertig. In der Lobby nutzte ich kurz das Internet, als sich Abbe neben mich setzte. Sie, Craig und Zoe waren zufällig im selben Guesthouse abgestiegen, wollten sich aber auf die Suche nach etwas neuem machen. Wir verabredeten, dass ich erstmal frühstücken ginge und wir später zusammen tuben gehen würden.

Vang Vieng hat als Stadt selbst nicht viel zu bieten, es ist die Natur drumherum, wie die Blaue Lagune (wieder mal ein Wasserfall in dem man schwimmen kann) oder verschiedene Höhlen, die man besuchen kann.

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VangVieng

Mein Frühstück war in einem der zahlreichen Restaurants auf der Hauptstraße, es war okay, aber für 2,20€ kann man auch nicht viel mehr erwarten als O-Saftkonzentrat und MischMasch-Kaffee. Später traff ich die anderen in genau dem Restaurant wieder. Die Gruppe hatte sich mittlerweile vergrößert um Dave und Drew (21, Kanada) und Bert (26, Belgien) sowie seine Freundin Yoke (23, Belgien). Vorher hatte ich mir noch für 3€ eine schicke Tubingshorts gekauft sowie ein wasserdichtes Täschle. Alle zusammen machten wir uns auf den Tubingstartpunkt zu finden, dabei verliefen wir uns ein wenig und waren etwas spät dran.

So ein Reifen kostet 55.000 Kip Miete + 60.000 Kip Pfand. Man muss einen kleinen Zettel mit Name, Hotel und Kontaktperson im Notfall ausfüllen, dieser Zettel bekommt eine Nummer und diese Nummer wird mit Edding auf die Hand geschrieben. Sehr praktisch sollte Dir was passieren, wird einfach geschaut welche Nummer du hast und man kann deine Verwandten benachrichtigen. 🙂 Mit dem Tuk Tuk wurden wir zum Fluß gefahren, wo eine Gruppe Mädels mit FreeShots wartete. Ich nahm Abstand davon… doch wir alle gönnten uns ein alkoholisches Slushgetränk und dieses Foto entstand:

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„The Family“

Die Mädels von der Bar erzählten uns nämlich die nächste Bar wäre 15 Minuten von hier entfernt und deshalb sollten wir doch hier etwas konsumieren…hmmm, wir waren kaum im Wasser als nach 2 Minuten, die „First Bar“ kam. Hieß wirklich so. Man bekommt eine Flasche an einem Seil zugeworfen und der Mann von der Bar zieht einen an Land. Was tut man in der Bar? Ein Bier bestellen, dazu gibt es einen FreeShot und ein geflochtenes Bändchen. Wir waren dort ca. eine halbe Stunde bis es wieder ins Wasser ging. Das Ganze war schon spaßig. 🙂

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Vorallem als Craig seinen Reifen verlor und ihm im 5 cm tiefen Wasser nachhechtete. So ganz habe ich nicht verstanden wie hier Menschen ums Leben kommen konnten, das Wasser war zum Teil so seicht, dass wir Mühe hatten voran zu kommen, aber kann natürlich auch von der Jahreszeit abhängen. Unser nächster Stopp galt der „Second Bar“, die mit Abstand die beste war. Gute Musik, noch mehr Bändchen und die Jungs spielten BierBong (ja, niveautechnisch war VangVieng eher unten angesiedelt). Wir spielten ein für mich unwahrscheinlich schwieriges Trinkspiel, das ich zu Hause mal vorstellen werde und machten uns weiter, da wir die Reifen bis 18 Uhr zurück geben mussten, ansonsten hätten wir Strafe zahlen müssen.

Die „Last Bar“ war, wie schon die erste Bar, eher spartanisch ausgestattet, immerhin gabs ein Lagerfeuer, was zur Folge hatte, dass wir alle nach Rauch rochen. Schwierige Verhandlungen mit dem Tuk Tuk Fahrer verzögerten unsere Abreise und wir kamen Punkt 18 Uhr zurück und konnten noch schnell unseren Pfand abholen. Da es wieder mal kein Mittagessen gab, hatten wir alle ein Sandwich von einem der zahlreichen Stände hier in VangVieng. Wir verabredeten uns für später und ich sollte Dave und Drew, die im selben Guesthouse wohnten, um halb Acht in der Lobby treffen. Ich duschte (wieder) und wartete in der Lobby, aber kein Dave, kein Drew. Also, lief ich einfach mal los und so durch die Stadt, als ich es schon aufgab die anderen zu finden, lief ich zurück zum Hotel und wer kam mir entgegen? Die ganze „Familie“ Bert, Yoke, Zoe, Abbe, Craig, Drew und Dave, sie hatten nach mir gesucht. Das fand ich wirklich süß. Wir gingen in einen irischen Pub, hatten super gutes Essen und spielten wieder ein paar Spielchen, dieses Mal ganz ohne Trinken als Gewinn/Strafe.

Anschließend gingen wir in die Bar „Fat Monkey“, wo man Lachgasluftballons für 2€ kaufen konnte. Irgendwann machten sich Bert, Yoke und der englische Part der Familie nach Hause und ich ging mit Dave, Drew und Justin (der die anderen auch kannte) in eine Art Club „Room 101“, dort waren wir bis morgens. Dort traff ich auch Shiboun und Sam wieder mit denen ich am letzten Abend in Vientiane aus war. Wie es so geht, die beiden kannten Drew und Dave aus Chiang Mai. 🙂 Die beide kamen mit in unser Hotel wo wir uns auf die Dachterrasse setzten und den Abend ausklingen ließen.

Am nächsten Morgen ging es uns allen weniger gut, was ich wahrscheinlich gar nicht zu erwähnen brauchte. Zu meiner Verteidigung, die ich wahrscheinlich gar nicht brauche, ich war die Wochen vorher ja wirklich wenig aus und in ViengVang passte einfach alles, Leute, Stimmung und Lokalitäten. In der Lobby traff ich Drew und Dave, zusammen gingen wir zu den anderen in einer der vielen „Friends“-Bars. Vor zwei Fernsehern stehen jede Menge Liefeflächen mit Tischen und den ganzen Tag laufen sämtliche Friendsstaffeln. Wir hatten dort Frühstück und verbrachten fast den ganzen Tag in liegender Position, es war einfach so entspannend. 🙂

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Friends-Bar

Irgendwann rafften wir uns aber auf und liefen zum Irish Pub, um einen kleinen Snack zu uns zu nehmen. WIe es so geht, traffen wir dort Susan und Christian wieder. Wir verabredeten uns alle für später und so gingen wir heim, um ein Nickerchen zu machen. Ich konnte aber nicht schlafen und schrieb an meinem Blog. Später kam Dave und holte mich und Drew ab. In einer Bar traffen wir uns alle und die Gruppe wurde immer größer:

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Später gingen wir in eine der Friends Bars bis sie zumachte und anschließend wieder in die erste Bar des Abends. Damit war der Abend aber noch nicht zu Ende, Drew, Dave, Zoe und ich blieben noch bis vier Uhr morgens in unserem Guesthouse auf der Veranda wach und unterhielten uns mit dem ein oder anderen Kanadier. VangVieng war voll mit Kanadiern!

Trauriger Weise stand am nächsten Tag schon meine Abreise bevor, die anderen blieben alle bis Freitag, aber ich wollte freitags zur myanmarischen Botschaft mein Visum beantragen. Nach einem Frühstück in einer der Friends Bars unterhielt ich mich am Hostel mit – Überraschung – Kanadiern bis ich abgeholt wurde. Mit dem Minivan ging es fast 4 Stunden nach Vientiane. Auch hier wieder wunderschöne Landschaft! Mit mir im Van: Kanadier. 🙂

Vang Vieng waren zwei supercoole Tage und ich hatte mega viel Spaß dort! Auch wenn ich es durch die Gruppendynamik nicht schaffte einen Heißluftballonflug zu machen, die kosten hier nämlich nur 80 Dollar, aber dann komm ich halt nochmal wieder. Und zum Abschluss noch ein Sonnenuntergangsfoto.

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5 Gedanken zu “VangVieng: Friends

  1. Woohoo… das klingt ja nach ner Menge obergeilem Spaß!
    Und vor allem die Friends-Bars… das ist ja der Hammer!!! 😀
    Echt geil, ich würde den ganzen Tag da drin sitzen… 😉

  2. …na dann hoffe ich ja mal auf `ne Einladung zur Eröffnungsparty – Kerstin (Gute Nacht, gehe jetzt in die Heija, muss morgen wieder früh raus!)

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