Mandalay: Buddhas, Berge und Bärte

Am Busbahnhof angekommen, sprach mich ein junger Kerl an, ob ich für 3 Dollar in mein Hotel gefahren werden möchte – mit dem Roller. Er nahm meinen großen Rucksack zwischen die Beine und ich saß mit meinen zwei (ja, es sind doch schon wieder 3 Taschen…) kleinen Taschen hintendrauf. Einmal durch ganz Mandalay kamen wir nach 20 Minuten im AD 1 Hotel an.

Nun muss man zum Verstehen der folgenden Schilderungen wissen, dass ich zu diesem Zeitpunkt KURZ VOR DEM VERHUNGERN war. Ich wollte einfach nur essen. Leider lag das Hotel nicht so günstig und es gab keine gescheiten Restaurants drumherum, dafür einen Markt, der meiner Nase nach zu urteilen nur getrockneten Fisch und Knoblauch anbot. Es stank ständig nach Fisch – den Aufenthalt erschwert hat zusätzlich noch, dass Mandalay extremst ungünstig liegt und es sehr heiß und schwül ist, ich aber nur einen Ventilator im Zimmer hatte. Nun, nicht die besten Voraussetzungen. Ich wollte also essen, konnt ich aber nicht, weil mich mein Fahrer volltextete mit einer Tour, die ich mit ihm machen könnte. Ich gab ihm mehrmals zu verstehen, dass ich jetzt nichts ausmachen würde, da ich

1. sauhungrig wäre (hungry as a pig) und
2. auf die beiden Holländer warten wollte, weil ich evtl. mit denen zusammen Mandalay anschaue und
2. ich gleich in den Stuhl beiße, wenn ich nicht sofort was zu essen kriege

Er gab mir seine Telefonnummer, sichtlich enttäuscht und verließ das Hotel. Gerade in dem Moment kamen Robin und Meike. Ich erklärte den beiden, dass ich gleich losfahren würde zum Supermarkt. Ja, die beiden wollten mit, aber erstmal mussten sie über den Hotelpreis verhandeln und einchecken – ahhhhhh….

Als uns dann der Taxifahrer anfing zuzutexten, ob wir nicht morgen mit ihm ne Tour machen wollten, war ich wirklich zu nichts mehr in der Lage als wie ein Rohrspatz loszuschimpfen „no tour, no temples, nothing, just supermarket – pleeeeeeease“. Dort vergeudeten wir noch wertvolle Zeit, da wir uns erst in ein Restaurant setzten, um was zu essen, aber das war den beiden zu teuer. Ich sprang auf und es war mir in dem Moment recht egal, wie unsozial ich erschienen mag, ich rannte die Rolltreppen wieder runter zum Supermarkt. Dort kauften wir ein (nachdem die beiden mich eingeholt hatten) und wir fuhren mit unserem Taxifahrer, der freundlicher Weise gewartete hatte wieder zurück. Ich verschwand in mein Zimmer und verschlang meine Sandwiches. Danach traff ich mich mit den beiden auf der Dachterasse (schreibt man das doch mit doppel „r“?) und wir überlegten, was wir am nächsten Tag tun sollten. Am Ende entschieden wir uns die Tour mit dem kleinen Naing Naing (meinem Rollerfahrer) zu machen. Ich raf ihn an, der kleine Schurke konnte sich natürlich erstmal nicht mehr an mich erinnern, da fragt man sich kurz, warum ich mich immer schuldig fühle, wenn ich eine Tour ablehne, wenn die sich am Ende eh nicht an mich erinnern?!? Aber gut, wir verabredeten am nächsten Tag um 8.00 Uhr würde er uns am Hotel abholen.

Damit war der Tag für mich zu Ende, Abendessen war ein Sandwich und ich verließ das Hotel nicht mehr. Das Frühtsück im Hotel war relativ gut: Nescafé, Eier, Toast (das süß schmeckte), Obst und Reis (den ich zurück gehen ließ). Aufgepeppt wurde es durch Avocado und Joghurt aus dem Supermarkt. Da fängt der Tag doch gleich viel besser an. Pünktlich stand Naing Naing vor der Tür und erklärte uns nochmal die Tour. Robin hatte ein Bild von einer Höhle in der Nähe von Mandalay gesehen und gegen einen Aufpreis von 30 Dollar konnten wir diesen auch besichtigen. Auf unseren ersten Minuten durch Mandalay durchfuhren wir eine Straße in der jede Menge Bildhauer angesiedelt sind und anscheinend gestaltet man das Gesicht Buddhas immer am Ende, weil es der schwierigste Part ist.

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Buddhas, die nach ihrer Fertigstellung in andere Teile Asiens exportiert werden

Wir brauchten fast 2 Stunden, um in die Nähe der Höhle zu kommen, in denen unser Guide und sein Onkel, der war unser Fahrer, mehrmals nach dem Weg fragen mussten, am Ende fanden wir aber tatsächlich den Eingang zur Höhle, so dachte ich zumindest.

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Beginn des Aufstiegs zur Höhle Datdawtaung

Was keinem bewusst war, dass wir zu dieser Höhle ca. 400 Höhenmeter auf Stufen hochlaufen mussten. Meine Begeisterung kann man sich wohl vorstellen. Außer uns waren keine Touristen dort, nur Birmanen, die sich den Pilgerweg noch durch das Schleppen von mit Steinen gefüllten Säcken erschwerten.

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Die Stufen und die schöne Aussicht

Obwohl unser Guide erst 19 Jahre alt war, glaube ich zumindest, kam er nicht wirklich hinterher und wir erreichten das Kloster, welches vor der Höhle liegt ohne ihn. Es war echt anstrengend, vorallem wurde unser Aufstieg durch die unglaubliche Hitze – würde sagen 40 Grad erschwert, aber es hatte sich gelohnt1

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Datdawtaung Cave

Die Höhle war wunderschön, in der Mitte ein großer goldener liegender Buddha, Tropfsteine in die Buddhas gehauen wurden und jede Menge Fledermäuse. Nach ausreichender Besichtigung liefen wir die Stufen wieder hinunter auf der Suche nach unserem Guide. Welch Überraschung: der war auf dem 4. von 5 Treppenabschnitten eingeschlafen. 🙂 Wir weckten und ermunterten ihn den Restweg zur Höhle auf sich zu nehmen, aber er wollte nicht. Sogar den Steinsack hatte er schon vor längerer Zeit auf den Treppen liegen lassen.

Gemeinsam stiegen wir bergab und waren heilfroh wieder im Auto zu sein, das leider keine Klimaanlage besaß. Zu unserem Guide muss ich sagen, dass er wirklich sehr bemüht war, aber mir doch ein wenig auf die Nerven ging, da er mich alle 5 Minuten frage „are you okay?“ – ich saß ja nur im blöden Auto, wie hätte sich meine Situation in nicht OK ändern können?? Aber war ja lieb gemeint, genau so wie das darauffolgende typisch birmanische Mittagessen. Hier war leider der Moment erreicht wo meine Abneigung gegen Reis und frittiertes öliges Gemüse zu groß war und ich das Essen verweigerte. Stattdessen trank ich Tee und ass meine 2 Bananen vom Frühstück – darf ich vorstellen: die Brigitte Asia-Diät!

Nach dem leichten Abendessen fuhren wir weiter zu einer der ehemaligen königlichen Haupstädte rund um Mandalay: Inwa (Ava). Um zu dieser zu gelangen, setzten wir mit einem motorbetriebenen Boot über.

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Leider war unser kleiner Ausflug auf die Insel überschattet davon, dass wir nur 1,5 Stunden dort Zeit hatten und um die Sehenswürdigkeiten in dieser Zeit besuchen zu können, mieteten wir eine Pferdekutsche. Schon beim Start, geschah das unfassbare ein Junge, nicht älter als 7 Jahre, nahm die Zügel in die Hand und schickte sich an loszufahren. Da haben Meike und ich aber Einspruch eingelegt und ein Erwachsener wurde unser Pferdekutscher. Die Wege auf der Halbinsel sind sehr sehr schlecht und das arme Pferd tat uns allen total leid, so sehr das wir zwischendrin überlegten, ob wir nicht doch laufen sollten, aber ich gebs zu, wir habens nicht durchgezogen. Wenn es hilft, wir haben uns alle schlecht gefühlt. Uns kam auch ein Pferd entgegen, das sehr stark am Kopf blutete, gesehen habe ich es danach nicht mehr, ich hoffe, sie haben es wenigstens medizinisch behandelt. 🙁 Aus diesem Grund eine weniger optimistische Schilderung der Sehenswürdigkeiten, die wir besuchten.

Zunächst liefen wir auf ein paar alten Ruinen, der Yedenasini Paya herum:

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Die Landschaft In Inwa entschädigte uns ein wenig, für die weniger spannenden historischen Stätten.

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Das Bagaya Kyaung, ein Kloster gefertigt aus Teakholz sahen wir uns nur von außen und weitem an, weil wir die 10 Dollar Eintritt für die religiösen Stätten für Mandalay und Inwa nicht zahlen wollten.

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Bagaya Kyaung

Als letztes Stand der alte Wachturm Nanmyin auf dem Plan, der durch ein Erdbeben mehr an den schiefen Turm von Pisa erinnert. 🙂

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Nanmyin

Wobei es war nicht wirklich die letzte Sehenswürdigkeit, wir hielten an einem weiteren Kloster, das sich aber nur Robin ansah, da er das noch für dieses Kloster unbenutzte Ticket eines Mädels hatte, das er und Meike am Vorabend im Hotel kennen gelernt hatten.

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Ich kann leider nur die Außenansicht liefern

Danach ging es mit dem Boot wieder zurück an die andere Seite des Flußes und wir fuhren mit dem Auto nach Amarapura. Unser eigentliches Highlight sollte nämlich die U Bein’s Bridge, die längste Teakholz-Fußgängerbrücke der Welt.

Zuvor besichtigten wir noch ganz kurz eine Weberei, in der wir die Frauen sehen konnten wie sie komplizierte Muster in die aufwendige und teure Hochzeitskleidung von zukünftigen Brautpaaren webten.

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Außerdem hielten wir an noch einem Kloster, das allerdings einen beeindruckend großen liegenden Buddha auf seinem Gelände hatte sowie eine Halle voll mit verschiedenen Buddhastatuen!

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Um die Ecke dieses Klosters erwartete uns schon die berühmte Brücke und mit ihr 1.000 von Touristen, vorallem auch Birmanen, da gerade Sommerferien sind (ist auch wirklich viel zu heiß für Schule!).

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U Bein’s Brücke

Die Brücke war somit ein wenig enttäuschend und wir drei waren auch etwas sauer darüber, dass wir nur die Hälfte von dem gesehen hatten, was unser Guide uns vorher versprochen hatte. Wir versuchten mit ihm nochmal zu verhandeln, aber da ließ sich nichts tun, obwohl wir eindeutig die besseren Argumente hatten. Aber gut, er musste von der Schule runter, um die Familie mit seinem Tourjob mitzuversorgen und die Uni hier würde 300 Dollar im Jahr kosten, weniger als meine Wohnung in einem Monat, da vergeht einem doch die Lust um ein paar Dollar zu feilschen. Total fertig kamen wir gegen halb Sieben im Hotel an.

Damit war der Abend aber noch nicht vorbei, Meike und ich kauften uns im Hotel Tickets für das Mandalay Puppentheater – eine Kunst, die vor Erfindung des Fernsehers sehr beliebt in Myanmar war, aber nun eigentlich nur noch für Touristen aufgeführt wird. Das wusste ich aber vorher und war somit nicht enttäuscht. War nett zu sehen, aber die Musik ist doch sehr gewöhnungsbedürftig, so schrill und hoch…

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Leider nicht so scharf

Die Show ging nur eine Stunde und nachdem sich unser Fahrer auch wieder eingefunden hatte, fuhren wir zurück zum Hotel. In der Lobby lernten wir Nicole (23, Australien) kennen, mit der ich ausmachte am nächsten Tag mit ihr mir verschiedenes in Mandalay selbst anzuschauen.

Meike und Robin traff ich am nächsten Morgen, ebenso wie Nicole, beim Frühstück und verabschiedete mich später von den beiden, da sie schon weiter hoch in den Norden Myanmars wollten. Nicole und ich wollten, glücklicher Weise, die selben Sachen besichtigen, so dass wir vom Hotel einen Fahrer organisieren ließen. Der war übrigens sehr nett und erklärte uns auch ab und an was zu den Dingen, die wir uns ansahen. Außerdem gab er uns den Tipp nicht bei einer Bank, sondern in einer der Pagoden unsere Dollar in Kyat zu wechseln, weil dort der Wechselkurs besser wäre.

Unser erster Stopp war an einem der berühmtesten Buddhas in Myanmar: der Mahamuni Buddha. Dieser hat eine längere Reise durch das Land hinter sich und wird von vielen Pilgern täglich besucht. Bei dieser Gelegenheit bringen die Männer kleine Quadrate Blattgold auf dem Buddha als Zeichen ihrer Ehrbietugn an. Ja, richtig gelesen: die Männer! Unverschämtheit! Frauen dürfen noch nicht mal nah an die Statue heran, weshalb unsere Fotos auch nicht so dolle sind.

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Mahamuni Buddha

Durch das ganze neu aufgetragene Gold sieht der Buddha bis zum Kopf eigentlich nicht mehr wirklcih aus wie ein Buddha, sondern mehr wie ein goldklumpiges Etwas. Man könnte sich auch morgens um 4 Uhr anschauen, wie ihm liebevoll die Zähne geputzt werden, aber da ich ja als Frau anscheinend minderwertig bin und nicht nah an den Buddha ran darf, habe ich aufs frühe Aufstehen verzichtet.

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Die Verwandlung der Buddha Statue

Wir besahen uns noch ein wenig das Tempelgelände und konnten tatsächlich unsere Dollar zu einem recht guten Kurs wechseln. Also, von wegen in Myanmar ist alles so schwierig.

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Nach der Besichtigung fuhren wir weiter, um bei einem Handwerskladen vorbeizuschauen, hier konnte man allerlei Figuren, Schmuck und vieles anderes aus Gold, Bronze, SIlber und Holz käuflich erwerben. Dazu Webwaren und ach noch so viel mehr…

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Birmanische Handwerkskunst

Danach ging es zum Shwe In Byn Kyaung Kloster, das 1895 gefertigt wurde und zwar aus Teakholz, sehr hübsch anzusehen.

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Shwe In Byn Kyaung

Das nächste Ziel war einer der vielen Goldworkshops, in denen das Blattgold geklopft wird, das zum einen für die Verzierung der Buddhas dient, aber man kann auch jede Menge andere Dinge kaufen.

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Wirklich beeindruckend wie die Jungs bei den Temperaturen rhythmisch, fast wie eine Melodie, auf das Gold einhämmern. Zum Mittagessen gingen wir ins überall empfohlene Café City, das ein wenig an ein amerikanisches Diner erinnerte. Das Essen war okay, aber für den Preis, hätte ich mehr Qualität erwartet.

Nach dem Essen ging es zum Mandalay Palace, eigentlich stand der gar nicht auf unserer Liste, aber wir wollten uns ein paar Sachen in der Nähe ansehen, so dass wir nun doch die 10 Dollar Touristengebühr zahlten und den Palast besichtigten. Dieser ist übrigens im 2. Weltkrieg auch komplett abgebrannt und um ehrlich zu sein, so spannend war die Besichtigung jetzt nicht, weil alle Räume leer sind.

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Mandalay Palace

Wir kletterten noch auf den Watchtower hinauf, was richtig viel Spaß macht bei 40 Grad!

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Ausblick vom Wachturm

Irgendwo auf diesem Gelände sollte sich aber noch ein altes Kriegsflugzeug sowie eine alte Lok befinden, konnt ich beim besten Willen nicht finden. Wir fragten auf gut Glück unseren Fahrer und schau an, der wusste gleich was gemeint war und fuhr uns hin – war nicht AUF dem Gelände, sondern neben dran. 🙂

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Nicht weit entfernt vom Palast liegt das Shwe Nandaw Kyaung Kloster, das wie schon das erste Kloster des Tages durch detailreiche Teakholzverzierungen auffällt. Hierfür muss man allerdings auch as 10 Dollar Ticket vorzeigen, was wohl auch die Mehrzahl der vielen Touristen erklärt. Wofür man zahlt, muss gut sein. Wobei ich das erste Kloster schöner fand, weil es so ruhig und friedlich dort war.

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Shwe Nandaw Kyaung – auch hier wieder „Frauen nicht erlaubt“

Ab hier hat dann meine Kamera den Geist aufgegeben bzw. ich hatte vergessen den Akku zu laden, aber ich durfte freundlicher Weise Nicoles Fotos „klauen“.

Hinter dem Kloster liegt der Atumashi Kyaungdawgyi Tempel, der nicht sonderlich interessant war, da leer. Hier stand wohl mal ein sehr teurer reich verzierter Buddha, der irgendwann geklaut wurde.

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Atumashi Kyaungdawgyi Tempel

Als nächstes stand etwas auf dem Programm, auf das ich sehr gespannt war: das größte Buch der Welt. Nun, Nicole und ich, wir stellten uns das beide etwas anders vor als es tatsächlich war, wir dachten halt da ist ein sehr großes Buch. 🙂 Weit gefehlt in der Kuthodaw Paya stehen 729 Texttafeln, jede in ihrem eigenen kleinen „Häuschen“

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Kuthodaw Paya

A propo Häuschen, auf einmal waren alle Touristen total aus dem Häuschen. Schon ein wenig merkwürdig, aber uns ging es nicht anders, da steht man vor einem der bedeutendsten buddhistischen Relikte und was entlockt uns allen Schreie der Entzückung? Welpen 🙂
Die unwahrscheinlich süßen kleinen Viecher hatte einer in die Blumen mitten auf dem Tempelgelände gesetzt, wo Mama war, keine Ahnung..

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„Do you wanna live in Germany?“

Hach, nachdem wir uns von den 6 kleinen Rackern losreißen konnten, liefen wir rüber zur Sandamuni Paya. Hier stehen noch mehr der Texttafeln, die unter Befehl eines Königs nonstop von 2.400 Mönchen vorgelesen wurden – wofür sie mehr als 6 Monate brauchten. Nur hab ich nicht so ganz verstanden, ob nun beide Payas zusammen oder nur die letzte das größte Buch der Welt darstellen…

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Unzählige kleine Tempel (Sandamuni Paya)

Nach der Besichtigung des größten Buches der Welt fuhren wir weiter, zum Kyauktawgyi Paya Tempel. Dort steht ein riesiger Marmorbuddha, für dessen Transport 10.000 Männer gebraucht wurden.

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Kyauktawgyi Paya

Mittlerweile war es schon so spät, dass wir uns doch entschlossen auf dem Mandalay Hill den Sonnenuntergang anzuschauen. Man kann den Berg in 45 Minuten hochlaufen oder wie wir für 4.000 Kyat sich mit einem Roller hochfahren lassen. Im LP steht zwar, dass die Polizei das nicht gerne sieht, wenn Einheimische Touristen auf ihren Rollern hochfahren, aber wir hatten keine Probleme.

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Einer der Eingänge zum Aufstieg zum Mandalay Hill, ich auf dem Roller und der Mandalay Hill Tempel

Äußerst fortschrittlich, um auf den Tempel auf dem Hügel zu kommen, nimmt man eine Rolltreppe. 🙂 Manche der Einheimischen hatten tatsäschlich Angst auf diese rollenden Stufen drauf zu treten, da merkt man erstmal wie unterschiedlich unsere Welten doch sind. Auf der Rolltreppe wollte mal wieder eine Gruppe Birmanen Fotos mit uns machen. Man gewöhnt sich irgendwie dran und auch auf dem Tempel wurden wir ständig angesprochen und freundlich begrüßt. Einmal kam ein Militär auf mich zu und ich dachte, der macht mich jetzt zur Sau, weil ich hier rauche, aber nein, er zeigte auf meine vielen Armbändchen und dann auf seines. 🙂

Wir schliefen beim Sonnenuntergang fast ein, aber es war doch sehr hübsch anzusehen.

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Sonnenuntergang Mandalay Hill

Mit dem Roller ging es wieder den Berg hinunter. Während Nicoles Fahrer ihr versuchte eine Tour für morgen zu verkaufen, sprach meiner mit mir kein Wort. Ich führte das auf seinen vorherigen Alkoholkonsum zurück, denn er roch ziemlich nach Bier. Aber mir lieber, wenn er sich auf die kurvige Straße statt aufs Verkaufen konzentriert. Damit war unser Besichtigungstag vorbei – war doch ein volles Programm, aber der Tag war noch nicht zu Ende.

Nicole und ich hatten ca. 45 Minuten bis wir vom Taxifahrer abgeholt wurden, um ins V Café zu bringen. Dort traffen wir zufällig Chris (28, Ire), den Nicole aus dem Flugzeug kannte. Wir unterhielten uns, bestellten Pizza und stellten fest, dass wir diese wohl unterwegs essen müssten, denn wir wollten uns die Show der „Moustache Brothers“ anschauen.

Die 3 birmanischen Brüder machen schon seit ihrer Jugend eine Show in der sie über das birmanische Militärregime, die fehlende Meinungsfreiheit und den Geheimdienst Witze machen. Zwei der Brüder landeten daraufhin für 7 Jahre im Gefängnis, einer starb im Dezember 2013 am giftigen Wasser, das er im Gefängnis trinken musste. Die Show ist heute nur noch für Touristen und hat wohl nur noch wenig vom „Biss“ der ursprünglichen Show, es war mehr eine Tanzshow, kombiniert mit ein paar Witzen, die schwer zu verstehen waren, da der einzig englischsprachige Bruder Lu Maw sehr gebrochen Englisch spricht. Aus diesem Grund nimmt er auch Hinweisschilder zur Hilfe beim Sprechen.

Dennoch Lu Maw und seine Familie kämpfen immer noch für zu unrecht im Gefängnis sitzende politische Gefangene, weshalb ich die 8.000 Kyat „Spende“ gernze bezahlt habe.

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Bei den Moustache Brothers

Im roten T-Shirt: Lu Maw, neben ihm im Arm seine Frau, die einmal das Titelbild des Lonely Planets zierte. Als grüner Geist verkleidet: Lu Maw’s Schwester.

Unser Taxifahrer brauchte uns zum Glück gerade noch rechtzeitig zur gut besuchten Show und danach auch wieder heim. Auf der Rückfahrt unterhielten sich Chris, der im selben Hotel war wie wir, und Nicole, was sie den nächsten Tag machen wollten. Mein Plan war eigentlich ihn zu vergammeln, aber wie sich rausstellte, wollten sich die beiden genau die Sachen anschauen, die mir am ersten Tag entgangen waren. Mist! Gut, also es war abgemacht, unser Fahrer würde uns am nächste Tag um 5.30 Uhr abholen und wir würden zum Sonnenaufgang zur U Bein‘ Bridge fahren.

Nach diesem Beschluss gingen wir alle schnell ins Bett, denn viel Zeit war ja nicht mehr bis wir wieder Aufstehen mussten. Ich kann aber sagen, der erneute Besuch der Brücke hat sich definitiv gelohnt, da wir die einzigen Touristen waren!

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Wir liefen die Brücke bis zum Ende hin in ein kleines Dorf hinein, wo wir uns schnell einen Tempel anschauten bevor wir spontan einen Mann anheuerten, der uns mit seinem kleinen Boot wieder ans andere Ufer paddeln sollte.

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Es war fast windstill, so dass wir tolle Bilder mit Spiegelung der Brücke und umliegenden Landschaft machen konnten.

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U Bein’s Bridge, Chris, Nicole & ich

Ich brauche kaum zu erwähnen, dass wir nach der Brücke relativ hungrig waren. Unser Fahrer brachte uns zu Fuß zu einem der typischen Plastikstuhl“restaurants“, wo jeder ein Spiegelei und einen Nescafé bekam… hach ja, das chinesische süße Brot, das ich bei anderen auf den Tellern sah, war leidre gerade „finished“Warenbevorratung, das wird eines meiner Workshopthemen in Asien werden!

Naja, wir waren ein wenig gesättigt, mit dem Auto ging es zum Sagaing Hill – jawohl, schon wieder ein Hill…ich mochte nicht mehr. Hat aber nix geholfen und ich musste mit den anderen die unzähligen Treppenstufen hochkraxeln. Sagaing wurde 1315 eine Hauptstadt des unabhängigen Shan-Staates, der im Norden und Nordwesten Myanmars liegt. Dort ist nicht eine spezielle Sache zu besichtigen, sondern es ist mehr der Ausblick über die unzähligen Pagoden und Tempel – leider etwas neblig.

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Auf dem Sagaing Hill und die Aussicht

Unser Fahrer hatte uns nicht am Haupteingang rausgelassen, so dass wir die 3 Dollar Eintrittsgebühr nicht bezahlen mussten (wieder eines dieser Kombitickets, das auch für andere Sehenswürdigkeiten gilt). Somit hatten wir aber keine Ahnung, wo wir uns exakt befanden. In Chris‘ Reiseführer hieß es, dass man auf den bronzenen Hasen am Eingang Ausschau halten sollten. Wir schickten Nicole auf die Suche nach dem Hasen, sie fand aber nur einen Frosch…ts, Australier. 🙂 Zu unserer großen Freude fanden wir den Hasen aber bei unserer Tempelumrundung.

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Anschließend ging es mit dem Auto (ach ja, es war ein Pickup Tuk Tuk, heißt wir saßen auf der Ladefläche auf Bänken) über Stock und Stein eine Stunde r-a-s-e-n-d nach Mingun. Unser Aufmerksamkeit galt zuerst der Mingun Paya – wäre die grüößte Stupa der Welt geworden, hätte man sie fertig gebaut.

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Mingun Paya

Wie traurig, leider durften wir nicht hochklettern, ich war untröstlich! Dort fing uns aber doch jemand ab und wir mussten alle die 3 Dollar Besichtigungsgebühr entrichten, immerhin war der Herr sehr nett, aber auch sehr verwundert als sich herausstellte, dass wir eine australisch-deutsch-irische Kombo waren.

Sehr praktisch in Mingun liegt alles sehr nah beiander, so dass wir zur größten intakten Glocke der Welt laufen konnten.

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Mingun Bell

Wie gesagt, alles war zu Fuß erreichbar, aber ein sehr alter Mann sprach uns an, ob wir nicht mit seinem Ochsenkarren fahren wollten. Klar, wollten wir. 🙂

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Also, Zeit haben wir durch die Ochsen nicht gewonnen, da wäre ich schneller rückwärts gelaufen, aber lustig wars trotzdem. Wir wurden vor der Hsinbyume Paya rausgelassen, die ich erstmal gar nicht sah, weil ich mit dem Rücken zu ihr saß und mich beschwerte warum wir denn nicht weiterfahren würden…ups. 🙂

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Kann man ja mal übersehen, nich wahr…?!

Mit dem Ochsenkarren ging es zurück…

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zum Auto. Wir hielten auf dem Rückweg an noch einem Teakholz Kloster, aber ich überließ Chris meine Mandalay Touristenkarte und er schaute es sich statt meiner an, mir war nicht mehr nach Klostern. Hach, wat war dat herrlisch gegen 14:30 Uhr wieder in Mandalay. Im V Café aßen wir zu Mittag und danach gings ins Hotel, wo ich den Nachmittag mit Lesen und Schlafen verbrachte. Abends holte mich Chris ab und zusammen mit Nicole gingen wir chinesisch (hmmm, Reis) essen. Der Abend endete aber früh, wir waren alle müde und die anderen beiden mussten früh raus, bei mir ging es mein Taxi nach Pyin Oo Lwin sollte mich erst um 10.00 Uhr abholen.

6 Gedanken zu “Mandalay: Buddhas, Berge und Bärte

  1. Ach.. das wollte ich die ganze Zeit schon fragen: Was ist eine Stupa? 😉
    …oder hab ich das schonmal gefragt…!? … ach egal 🙂

    Die Hsinbyume Paya ist ja der Wahnsinn, sieht echt toll aus.. vor allem mit dem verfallenen Hüttchen davor 🙂

    Oh Marinchen, genieß die letzten Tage bitte sowas von!!! 🙂

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