Bangkok: die letzten Tage

Nun wird dies hier wohl mein vorletzter Artikel sein, der von meinen letzten Tagen dieser langen Reise erzählt. Nach dem wirklich guten Frühstück verbrachte ich die restlichen Stunden damit meinen Kram zu packen und mich abreisebereit zu machen. Es hätte die Möglichkeit gegeben nach Yangon zu fliegen, von wo aus mein Flug nach Bangkok ging, aber ich wollte den Bus nehmen. Zwar hatte ich vorher gelesen, dass das eine recht anstrengende Busfahrt werden sollte, aber meine letzten Buserfahrungen in Myanmar waren okay, weshalb ich mich für die günstigere Variante entschied.

Ich wartete in der Hotellobby, denn gegen 11 Uhr sollte der Bus mich abholen. Bei der Gelegenheit kam ich noch einmal mit dem deutschen Hotelmanager ins Gespräch, der an diesem Tag frei hatte. Wir unterhielten uns echt nett und so nahm er mit mir den Bus, der ihn an einem anderen Hotel raus ließ. Er meinte auch, ich wäre am Vorabend so früh weg gewesen, sonst hätten wir ja noch mal was zusammen trinken können, er hätte auch deutsches Bier da gehabt: Kölsch – nun ja, unter gutem Bier verstehe ich doch was anderes. 🙂

Im Bus war fast niemand, denn wir hielten erst noch am „Busbahnhof. Dort kamen wir schon gegen 12 Uhr an, so dass ich dort in der Hitze, immerhin gabs Plastikstühle im Schatten darauf warten musste, das wir weiterfuhren. Der Bus war dann relativ voll, doch mein Sitznachbar setzte sich erstmal in eine andere Sitzreihe, so dass ich es mir bequem machen konnte und die Fahrt genoss, wir fuhren nämlich durch eine wirklich hübsche Landschaft. Allerdings fuhren wir auch mehr über unbefestigten Sand als über befestigte Straßen, dies erklärte auch warum die Fahrt so lange dauern sollte.

Später war der Bus voll und mein Sitznachbar nahm wieder neben mir Platz. Durchgängig wurde Musik gespielt oder ein Film gezeigt, daran hatte ich mich ja schon gewöhnt und lauschte meiner Musik. Gegen Abend hielten wir irgendwo, um zu essen. Nun dort gab es noch nicht mal gebratenen Reis, weshalb ich das Abendessen ausfallen ließ. Weiter ging es fröhlich durch Myanmar. Gegen 23 Uhr beschlich mich die Befürchtung, dass die Musik die ganze Nacht durchlaufen sollte und ja das tat sie… Selbst meine Musik oder auch die Ohropax, die ich zwischendrin benutzte, halfen nichts. Ich konnte kaum schlafen, auch deshalb nicht, weil alle 3 Stunden angehalten wurde, um unsere Pässe zu kontrollieren. Auf dieser Reise konnte ich dann auch die schlimmste Toilette der gesamten Reise irgendwo hinter der Passkontrolle (eine kleine Holzhütte) sehen und leider musste ich sie auch benutzen…

Meine Laune war schon nicht die Beste als wir nach 14 Stunden – immerhin 2 weniger als gedacht – nachts um 3 Uhr in Yangon ankamen, aber dann wurde es richtig schlimm. Ich wollte eigentlich die restliche Zeit bis zu meinem Flug um 13 Uhr am Flughafen verbringen, aber nun lohnte es sich ja fast doch noch mal ein Hotel zu besuchen. Einer der Taxifahrer sprach mich an und ich bat ihn darum mich zu einem billigen Hotel in Flughafennähe zu fahren. Er meinte, das wäre kein Problem und wir fuhren los. Neben ihm einer seiner Freunde, der wohl dafür zuständig war, Hotels zu finden, denn es war alles voll oder viel zu teuer. Ein Hotel sollte 50 Dollar kosten. Wir fuhren insgesamt 1 Stunde durch Yangon, was ihn schon total nervte, mir aber nur recht war, weil er mit mir, schlaftrunkend wie ich war, einen viel zu hohen Preis ausgemacht hatte. Ein Hotel war frei, das allerdings so runtergekommen war, das ich mich weigerte dort zu schlafen. Am Ende wendete dieser Schweinchenhund einen ganz miesen Trick an, er sprach mit einem Hotelbesitzer und sagte mir, dass sie dort Zimmer für 15 Dollar hätten. Ich zahlte ihm die 10 Dollar fürs Taxi und wollte einchecken, dort stellte sich heraus, dass die Zimmer 25 Dollar kosten sollten, was mir einfach zu viel war.

Ich schimpfte vor mich hin wie ein Rohrspatz und nahm mir ein neues Taxi zum Flughafen…grrr!!! Dort war noch gar nichts los, es war erst 05:30 Uhr als ich dort aufschlug. So machte ich es einem asiatischen Pärchen nach und legte mich auf die Metallbank (ohne Lehne) zum Schlafen. So kaputt wie ich war, schlief ich tatsächlich ein und wachte eine Stunde später auf – der gesamte Flughafen war voller Leben, alles voller Leute! Mir egal, ich legte mich wieder hin und schlief noch mal eine Stunde, dann wurde es wirklich zu voll und ich suchte mir eine neue Bank. Auch dort schlief ich nochmal für ein Stündchen bis ich mit unglaublichen Nackenschmerzen aufwachte. So ne Metallbank ist einfach nicht so wirklich ergonomisch korrekt geformt. Langsam hatte ich auch Hunger, meine letzte Mahlzeit war mein Frühstück am Vortag um 11 Uhr gewesen, ich holte mir am einzigen Café am Flughafen ein Stück Torte und einen Kaffee, sonst gabs da nix…die Torte war noch nicht mal lecker, meine Laune am Tiefpunkt..

Irgendwann legte ich mich auf eine andere Bank, immerhin mit Lehne vor den Check In Schaltern und wartete darauf, dass mein Flug auf einem der Displays erschien. Endlich konnte ich einchecken und ans Gate gehen. Dort schlief ich tatsächlich noch mal ein bis ich gegen 12 Uhr aufwachte und Ole erblickte, der den selben Flug nach Bangkok hatte. Ich erzählte ihm von meiner super Busfahrt nach Yangon bis wir in den Flieger konnten. Durch Zufall konnten wir sogar nebeneinander sitzen. In Bangkok angekommen, gabs erstmal ein Sandwich am Flughafen! Hallo Thailand!!! Endlich was zu essen!

Zusammen nahmen wir uns ein Taxi, das mich aber nur bis zu einer Klinik brachte, wo ich meine letzte Tollwut-Impfung bekam… am Empfang verstand man mich erstmal nicht, ich sprach mit einer Dame am Telefon und danach brachte die Empfangsdame einen Rollstuhl. Ich dachte schon, hm – was denken die denn was ich habe?!? Aber nein, der war für meine Rucksack gedacht. 🙂

IMG_1643[1]

Mein Rucksack im Rollstuhl

Die Geschichte im Krankenhaus dauerte länger als gedacht, ich sprach mit 5 verschiedenen Leuten und wollte doch einfach nur schlafen und essen…am Ende gabs aber ne ziemlich teure Impfung (35 Euro) und mit dem Taxi ging es zu meinem 5* Hotel Sivatel Bangkok– man gönnt sich ja sonst nichts. Das Personal war auch leicht irritiert als ich in meinen Gammelklamotten und Rucksack einchecken wollte. 🙂 Lief aber alles reibungslos und mein Traumzimmer, eigentlich 2 Zimmer war bezugsbereit.

IMG_1647[1]IMG_1651[1]

Ich gönnte mir erstmal ein Bad in meiner tollen Wanne mit Blick auf Bangkok bis ich im hoteleigenen Restaurant das Abendessen einnahm.

IMG_1656[1]IMG_1654[1]

Die Hotelterrasse

Das Abendessen war gut, aber der Service für ein 5 Sterne Hotel ließ doch zu wünschen übrig. Den Rest des Abends verbrachte ich in meinem Zimmer, musste ja abgewohnt werden. 🙂 So war es auch am nächsten Tag, es gab ein Frühstück, das keine Wünsche übrig ließ, danach widmete ich mich dem Blog und sonstigen Dingen, die ich noch erledigen musste – und im Pool schwamm ich ein paar Runden. Abends traf ich mich wieder mit Ole, der lustiger Weise auch 2 Nächte in Bangkok hatte bis es für ihn weiter nach Dubai ging. Wir hatten einen sehr lustigen letzten Abend, der mit sehr viel Bier und Cocktails endete.

Eventuell verschlief ich deshalb am nächsten Tag meinen Rückflug. 🙂 Hach ja, 08:47 Uhr wachte ich auf, um 09:15 Uhr sollte mein Flug gehen, das wurde nichts mehr. Also, buchte ich kurzentschlossen einen neuen Flug, was blieb mir anderes übrig. Nach dem Frühstück, für das ich nun auch mehr Zeit hatte, packte ich bis zum Check-Out um 12 Uhr. Direkt nahm ich ein Taxi und fuhr zum Flughafen, wo ich doch tatsächlich meinen Flug nach Singapur bekam. 🙂

Von Singapur ging es weiter nach Frankfurt – 12 Stunden vergingen wie im Flug. Einziges Highlight: die beiden russischen Seemänner neben mir, die mir aus einem Apfel einen Schwan schnitzten. 🙂 Ich landete ja relativ früh um 05:40 Uhr, dennoch holte mich die liebe Stevie ab und brachte mich nach Langen, nicht ohne das wir noch einen Sekt tranken. Wir frühstückten noch bei einer Bäckerei bis ich meine Eltern überraschte, die dachten ja, dass ich abends landen würde. Nun bin ich nach über 365 Tagen wieder in Deutschland und versuche wieder zurecht zu kommen, davon blogge ich dann in der nächsten Zeit vielleicht noch einmal, wenn ich mir ein abschließendes Urteil über meine Heimkehr gemacht habe…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.