Pakse: hier wollt ich hin, aber irgendwie ging es sich nicht so aus…

Mit Verspätung holte mich das Tuk Tuk ab und brachte mich zum Busbahnhof von Tha Khaek. Der Blick auf den Bus, ließ Zweifel aufkommen: schafft er die 6 Stunden Fahrt? Bleibt mein Rucksack im von Rost zerfressenen Stauraum?

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Vor dem Bus habe ich zwei Österreicherinnen kennen gelernt, die ich auf meiner restlichen Reise in Laos immer wieder sehen sollte und das ganz ohne ihre Namen zu kennen – bis heute. 🙂 Auch auf dieser Busfahrt dachte ich wehmütig an die bequemen Sitze der Busse in Südamerika. Wenigstens gab’s hübsche bunte Lichten im Bus, die man leider nich wirklich im Foto sieht. Ein rotes is da, wer findet’s? 🙂

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Die Beinfreiheit wurde zusätzlich noch dadurch beschränkt, dass der gesamte Boden zentimeterhoch mit diesem Zeug voll lag!

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Keine Ahnung was da drin is, wenn was drin is

Anfangs saß ein netter Italiener neben mir mit dem ich mich unterhalten habe, auch um die lautstark schallenden Karaokegesänge, die aus dem Fernseher kamen, zu verdrängen. Nach 2 Stunden machten wir einen Stopp in Savannakhet, wo der Italiener mit seinen zwei Freunden ausstieg. Wir hatten dort einen längeren Aufenthalt und neue Passagiere stiegen zu. Im Bus war dafür eigentlich gar kein Platz, aber scheinbar wurde aus diesem Grund der Plastikstuhl entwickelt. Wir saßen zwischenzeitlich zu sechst in einer Reihe, neben mir ein Laote, im Gang saß eine Laotin auf einem Plastikstuhl mit ihrem Baby und zwischen meinem Sitznachbarn und der Laotin hatte sich noch ein Herr gequetscht + die zwei Laoten auf den anderen beiden Sitzen neben dem Gang. Es war nicht bequem! Mit einer Verspätung hatte ich schon gerechnet, aber ich dachte, dass wir so gegen 17 Uhr in Pakse ankommen müssten. Zwei Stunden vor Ankunft wurden die Karaokevideos durch einen dermaßen schlechten Film ersetzt, dass mir fast die Videos lieber gewesen wären – aber nur fast. Wir erreichten Pakse gegen 19 Uhr…wenn ich mich recht erinnere, also 2,5 Stunden Verspätung. Wobei Pakse erreichen schon zu viel gesagt wäre, der Bus hielt aufeinmal mitten auf der Straße und alle Touristen wurden in ein Tuk Tuk verfrachtet, dass uns ins Zentrum von Pakse brachte, dafür zahlten wir noch mal einen Euro.

Fast alle Touristen stiegen im selben Hotel ab, dem Lankham Hotel. Dieses befindet sich an der Hauptstraße Nummer 13, die aktuell eine komplette Baustelle ist. Über schmale Holzbrücken mussten wir über einen Graben balancieren, um zu unserem Hotel zu gelangen. Leider war ich nicht mehr in der Lage davon Fotos zu machen. Top vorbereitet wie ich bin, hatte ich mein Zimmer vorab online gebucht (die Sucherei in Tha Khaek hatte mir echt gereicht!), was zur Folge hatte, dass ich ein relativ teures Zimmer hatte, dafür frisch renoviert und mit Fernseher.

Direkt gegenüber des Hotels war der erste „Supermarkt“ den ich in Laos gesehen habe. Dort musste ich auch gleich einen neuen Rasier plus Klingen kaufen, da ich meinen in Tha Khaek hatte liegen lassen. Gillette Venus gibts hier übrigens nicht, dafür Gillette Rasierer für Männer für 1,60€ und 4 Klingen für 1,70€! Im Jasmin Restaurant neben dem Supermarkt hatte ich zusamen mit einem französischen Pärchen, das ich aus dem Tuk Tuk kannte ein indisches und sehr günstiges Abendessen. Nach dem Tag wollten wir aber alle nur noch ins Bett und da ging es auch hin.

Eigentlich kam ich nur nach Pakse, um mir einen Tempel in einem nahegelegenen Städtchen anzuschauen, den Wat Champasak. Man kann sich hier zwar auch noch das Bolaven Plateau anschauen, aber ich hatte keine Lust mehr auf weitere Rollertouren. Tja, so schnell muss man sich umentscheiden, denn da der öffentliche Nahverkehr mich nach Champasak hingebracht, aber nicht zurückgebracht hätte, mietete ich mir am nächsten Tag wieder einen Roller. Riesenspaß, denn ich musste erst um die Baustelle herum, auf die Baustelle wieder drauf und somit durch Staub und Wassersprenkler (wohl gegen den Staub) fahren. Im Delta Café, das vom Lonely Planet wärmestens empfohlen wird, hatte ich ein Frühstück, das okay war, aber womit sich die Beschreibung im LP rechtfertigen lässt, weiß ich nicht.

Voller Motivation und mit einer kleinen Karte machte ich mich auf den Weg… immer weiter und weiter…aber ich fand diesen blöden Ort Champasak einfach nicht! Ich fragte an mehreren Tankstellen nach, aber die Laoten sprechen in diesem Teil des Landes einfach kein Englisch, sie zeigten mir aber immer an, dass ich weiter geradeaus fahren sollte. Das machte ich so lange bis mir jemand zeigte, dass ich wieder zurück fahren müsste. Oh Mann.

Also, wieder zurück…von dem Tag gibt es genau 2 Bilder, die jetzt teilweise folgen. 🙂

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Auf einmal sah ich ein Hinweisschild „zum Tempel 17 Kilomter“, super dacht ich, schaff ich es doch noch bevor er zumacht. Nach 4 Kilomtern stand ich auf einmal an einem sehr hübschen See.

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Eine Frau kam aufgeregt auf mich zu und rief „Champasak“, da sie einfach ans Seeufer lief, folgte ich ihr meinen Roller schiebend. Dort war ein sehr großes Floß, das wohl nach Champasak übersetzte. Die wollten allerdings 7 Euro von mir für die einfache Fahrt, da hatte ich keine Lust mehr und bin vom Floß wieder runter. Dabei wäre der Roller fast einen Meter tief von der Rampe gefallen. Ich hakte den Tempel dann ab, was mich ungemein geärgert hat, da es das erste Mal war (mein ich zumindest), dass ich etwas nicht gefunden habe auf dieser Reise! Egal, es ging zurück über die verstaubte Hauptstraße. Zuvor gönnte ich mir noch eine Massage, die war aber nich soo dolle, nun ja es folgte ein frühes Abendessen, wieder im Jasmin Restaurant, und danach machte ich es mir in meinem Hotelzimmer bequem.

Irgendwann plagte ich aber doch der Hunger…zwei Mahlzeiten am Tag sind einfach 1-2 zu wenig. So machte ich mich auf und suchte nach einem dieser kleinen Sandwichstände, die es im Norden Laos überall gab. Dabei kam ich an einem weiteren indischen Restaurant vorbei, wo mich eine Argentinierin ansprach und mir das Restaurant empfahl. Ich hatte ja schon indisch und wollte somit weitersuchen, sie meinte, wenn ich nichts finden würde, könnte ich ja auf ein Bier zurück kommen. Sie half mir noch ein Restaurant im LP ausfindig zu machen und ich fand es sogar, aber auch dort sprach mich nichts von der Karte an.

Somit lief ich zurück zu den zwei Argentinierinnen (leider fallen mir die Namen grad nicht ein…). Die Gruppe hatte sich mittlerweile um zwei Amerikanerinnen (Hannah und Annabel) und eine Französin vergrößert. Ich nahm Platz und super spontan hatten wir einen total lustigen Abend in diesem Restaurant. Somit hatte ich kein Abendessen, außer wieder mal Beerlao. Auch hier schließen Restaurants sehr früh, so dass wir mit unseren to go gekauften Bieren zum Hotel der anderen liefen und uns davor niederließen. Begleitet wurden wir den gesamten Weg von einem armen kleinen Hund, der hinkte und den wir alle sofort adoptierten (zumindest für die paar Stunden). Da mein Hotel um 24 Uhr die Pforten schließt, musste ich mich auch kurz vor 12 von der Gruppe verabschieden und freute mich mal wieder wie auf Reisen jeder Tag, jeder Abend ganz anders verlaufen kann als man es sich vorher gedacht hatte. 🙂

Sorry an dieser Stelle, dass es heute nur Textwüste gab, ich verspreche beim nächsten Artikel gibt es wieder mehr Bildchen.

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