Yangon (Rangoon): im Land der Pagoden

Der nächste Morgen begann so nett, denn das Personal des Khaosan Baan Thai gab sich mit dem Frühstück richtig Mühe, wie man sehen kann:

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Papa, bekomm ich das dann auch zu Hause? 🙂

Mein Shuttle-Service war pünktlich um 8 Uhr da und wir fuhren ca. 1 Stunde bis zum Flughafen, holten dabei aber auch noch andere Touristen ab. Am Flughafen hatte ich genügend Zeit, um noch ein wenig zu shoppen, noch zweimal zu frühstücken (ich befürchtete ja zu Recht, dass mir das Essen in Myanmar so gar nicht zusagen würde) und schon saß ich im Flieger von AirAsia. Ca. 50 Euro hatte mich das Ticket gekostet, davon 20 Euro dafür, dass mein 18 Kilogramm schwerer Rucksack mitfliegen durfte.

Neben mir saß ein holländisches Pärchen mit dem ich aber kein Wort sprach, das sollte sich in diesem letzten Monat aber noch entscheidend ändern. Nach 1,5 Stunden landeten wir in Yangon. Eine der ehemaligen Hauptstädte Myanmars, die Burmesen wechseln ihre Hauptstadt ja gerne mal alle 10 Jahre und manchmal auch nur, weil ein General der Aussage eines Wahrsagers Glauben schenkte, es wäre dringend notwendig die Hauptstadt von Yangon woanders hin zu verlegen.

Ich war ja schon aufgeregt, man liest so viele Dinge im Internet über Myanmar: wie schwierig das Reisen sei, das man nur mit 1A Dollarnoten bezahlen und auch nur diese wechseln kann, es gäbe keine ATMS, Busse wären grauenhaft und generell ein Riesenakt. Dazu werde ich am Ende noch mal einen zusammen gefassten Artikel schreiben, denn es ist sehr viel einfacher als gedacht.

Am Flughafen wurde mein Visa kontrolliert, mit dem es keine Probleme gab. Ich wechselte 200 Dollar zum Kurs von 952 Kyat, was recht gut war (der LP behauptet genau das Gegenteil, man solle dort nicht wechseln) und wartete auf meine Abholung. Die war von meinem Hotel nämlich kostenlos organisiert worden. Während ich darauf wartete, kam ich mit Robin und Meike, den beiden Holländern ins Gespärch. Robin half mir Bargeld aus den ATM zu bekommen und was ein Zufall wir waren im selben Hotel: Motherland Inn 2.

Im Pickup saß noch ein amerikanisches Pärchen, das ich relativ unspannend fand. Im Hotel angekommen, wurden wir mit einem frischen Getränk begrüßt. War auch bitter nötig: Yangon ist die größte Stadt Myanmars, laut, dreckig und unglaublich heiß im März. Zu meiner Freude hatte mein Zimmer eine Klimaanlage, die hatte ich nämlich gar nicht gebucht. Tatsächlich hatten wir sogar funktionierendes Internet und im Lobbybereich traff ich Meike und Robin wieder. Zusammen liefen wir durch die Straßen auf der Suche nach einem Restaurant. Schon bei diesem ersten Spaziergang fällt einem auf, man wird von allen angestarrt. Aber nicht in einer bösen Art und Weise, die Burmesen sind einfach nicht an Touristen gewöhnt, weshalb wohl ihre überaus freundliche Art immer noch erhalten geblieben ist. Auf meiner gesamten Reise habe ich noch NIE soooo freundliche und herzliche Menschen kennen gelernt. Wir kehrten bei einem kleinen lokalen Restaurant ein und assen burmesisch: ich hatte Reissalat, war sogar ganz lecker. Gekostet hat das Ganze mit Getränk dann 80 US Cent…

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Erste Eindrücke von Yangon

Es war noch nicht allzu spät, so dass wir uns auf eine erste Erkundungstour begaben. In Myanmar sind die Menschen wirklich sehr religiös und man findet Pagoden oder andere religiöse Dinge an jeder Ecke blitzen und blinken, wie diese goldene Kokosnuss:

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Wir liefen fast bis zum Flußufer des „Yangon River“, denn unser Ziel war die Bohtataung Pagode, die zwei Haare Buddhas beherbergen soll. Unglücklicher Weise wurde sie im zweiten Weltkrieg 1943 von einer Bombe getroffen, so dass sie neu aufgebaut werden musste. Das Besondere an dieser Pagode, man kann in sie hineingehen – normalerweise sind Pagoden nicht betretbar.

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Botahtaung Pagode

Im Inneren der Pagode gab es einen kleinen Stau vor dem Bereich in dem die Haare Buddhas sich befinden. Ansonsten sah es in der Pagode überall aus wie auf Bild 2, alles golden. Von außen war sie leider aktuell eingehüllt, wird wohl renoviert. In Myanmar sieht Buddha übrigens eher aus als wäre er gerade von einem Las Vegas Urlaub zurück gekommen:

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Lichteffekte um Buddhas Kopf

Wir liefen noch ein wenig um die Pagoda herum – barfuß! Wie überall in diesem Land sind laut Buddha keine Schuhe oder Socken in religiösen Stätten erlaubt. Super angenehm, denn die Burmesen kauen ja alle Betel, die Nuss einer Palme, die die Zähne blutrot färbt. Dieser Saft wird hier überall hingespuckt und man hört ständig Weiblein wie Männlein alle Kraft zusammen nehmend spucken. Außerdem ist der Boden, auch der einer heiligen Pagode, nach 10 Stunden praller Sonne heiß! Würde lügen, wenn ich sagen würde, ich hätte mich nach 2 Wochen dran gewöhnt.

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Auf dem Gelände der Pagode

Nach unserem Besuch liefen wir weiter in Richtung Innenstadt, denn wir wollten die Sule-Pagode besichtigen. Auf dem Weg hatten wir noch einen recht guten Kuchen in einem Café und waren beeindruckt vom guten Englisch des Besitzers. Die Sule Pagode selbst ist weniger spektakulär, sondern mehr wo sie sich in der Stadt befindet. Sie stellt eine Art Kreisel in einer der belebtesten Straßen Yangons dar. 🙂

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Sule Paya (leider hat die Marina um die Autos herum fotografiert)

In der Pagode hat uns ein etwas merkwürdiger Mann angesprochen, der uns in sehr schlechtem Englisch, um die Pagode führte und uns ein wenig was erklärte. Auch welchen Buddha wir aufgrund unseres Geburtstages mit Wasser begießen müssten.

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In der Sule Paya

Am Ende wollte der Typ von uns jeweils 5 Dollar, wir haben ihm dann 3 Dollar insgesamt gegeben. Die Ecke in der sich diese Pagode befindet, ist recht hübsch anzusehen, viele alte koloniale Gebäude und ein kleiner Park.

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Rasender Verkehr, wenn man die Pagode verlässt

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Park & Koloniale Architektur in Yangon

Auf dem Rückweg zum Hotel hatten wir an einem kleinen Straßenstand Abendessen. Dank der Übersetzungstätigkeit eines anderen Gastes konnten wir sogar bestellen. War jetzt nichts besonderes, aber mit 2 Dollar für alle 3 von uns war es extremst günstig.

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Abendessen

Wir kehrten im Hotel ein und tranken ein paar Bier. Definitiv mehr als gewollt, aber wir waren am Ende eine ganz nette Truppe. Ich dachte ja in Myanmar werde ich größtenteils alleine sein, weil hier nicht viele Rucksackreisende sind, mehr organisierte Touristengruppen mit älteren Reisenden. Total falsch gedacht, nach 2 Wochen war ich gestern das erste mal überhaupt alleine!

Ich verabredete mich mit Robin und Meike für den nächsten Tag zum Frühstück, das im Hotelpreis von 25 Dollar pro Nacht inkludiert war. War auch echt okay, richtiger Kaffee, Eier, Toast, Margarine und Marmelade. Nach dem Frühstück liefen wir los, um eine Zugstation zu finden, denn wir wollten eine Runde mit dem Circle Train fahren. Ein Zug der 3 Stunden durch Yangon und außerhalb im Kreis fährt und das Ganze kostet 1 Dollar. 🙂

Das Finden der Station gestaltete sich etwas schwieriger, wir fragten ca. 4 Menschen, die uns alle unterschiedliche Informationen gaben bis hin zu „wir haben keinen Zug in unserer Stadt“ – Zusatzinformation: wir standen neben Schienen als uns das mitgeteilt wurde. Dank Robins Navigationstechnik fanden wir aber die Station Pazundaung. Beim Ticket kaufen, wurden wir fürstlich behandelt. Wir durften im Büro der Bahnangestellten Platz nehmen, unser Ticket wurde sorgfältig in aller RUhe handschriftlich ausgefüllt und uns wurde der richtige Bahnsteig gezeigt, das nenne ich Kundenservice! Am Eingang der Station steht aber auch „Warmly Welcome & Take Care of Tourists“.

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Pazundaung Station

Auf dem Bahnsteig sprach uns wieder ein sehr komischer Mann an, augenscheinlich alkoholisiert und in einem nicht verstehbaren Englisch textete er uns zu. Ich konnte zwischendrin nur lachen, tat mir ja leid, aber wir drei standen da und wussten echt nix mit ihm anzufangen. Zum Glück fuhr der Zug ein und der nette Ticketverkäufer kam zum Bahnsteig und geleteite uns in den richtigen Waggon. Er blieb dort auch sitzen bis der Zug losfuhr. Am Ende wollte er echt nen Dollar von uns für seine Hilfe, das haben wir aber höflich verweigert.

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Im Zug

3 Stunden fuhren wir durch Yangon und das umliegende Land. Interessante Erfahrung…

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Impressionen einer Zugfahrt

Richtig hübsch wurde es, als wir aus der Stadt raus waren und es grün wurde.

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Die Zugfahrt war außer viel Gerüttel und Geratter ereignislos. Aber auch hier wurde die Freundlichkeit der Burmesen wieder sichtbar, eine Familie schenkte uns einfach so ein großes Stück Wassermelone. 🙂

Nach der Zugfahrt waren wir hungrig und stiegen am Hauptbahnhof aus. In einem Shopping-Center kauften wir Proviant für die bevorstehenden Busfahrten bis wir bei einem kleinen Imbiss einkehrten und Shan Nudelsuppe hatten. Danach ging es mit dem Taxi zum People’s Park. Dieser liegt direkt gegenüber der Shwedagong Pagoda, dem wichtigsten reiligiösem Ort in ganz Myanmar. Eigentlich wollten wir im Park etwas chillen, aber der sollte für uns 5 Dollar pro Person Eintritt kosten. Somit sind wir in den kleinen Park, der um die Pagode herum verläuft gegangen und haben uns dort ein schattiges Plätzchen gesucht.

Eine Stunde später ging es los zur Besichtigung des Highlights Yangons.

WIr kamen vom Südeingang, der von zwei gigantisch großen chinthes (Halblöwe-Halbdrache) Figuren bewacht wird.

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Der Südeingang

Die Pagode liegt auf einem Hügel, denn man per Treppen erreichen kann oder man nimmt die Rolltreppe. 🙂 Ist im Eintrittspreis von 8 Dollar enthalten. Leider geht dieses Eintrittsgeld an die Regierung Myanmars, aber wenn man die Highlights in diesem Land sehen will, kommt man wohl nicht herum ab und an Geld den falschen Leuten zu zustecken.

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Oben angekommen, war ich esrtmal erschlagen, mir war nicht bewusst wie groß das Gelände rund um die Pagode war und wie viele keine Tempel, Schreine und Buddhas man besichtigen konnte.

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Shwedagon Pagode

Wir liefen so lange über das Gelände bis es Zeit für den Sonnenuntergang war und die Pagode sowie die kleinen Pagoden rund um sie herum die Sonne reflektrieren und alles sich nach und nach orange färbt.

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Auf dem Gelände der Pagode

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Und die Pagode bei Sonnenuntergang

Das sah schon wirklich sehr hübsch aus, muss ich sagen. Myanmar is übrigens eines der wenigen buddhistischen Länder, das neben Mönchen auch Nonnen hat.

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Mit dem Taxi suchten wir ein im LP verzeichnetes italienisches Restaurant, weil ich kein asiatisches Essen mehr sehen konnte. Trotz aller Bemühungen und langem Suchen, war es aber nicht auffindbar. Somit gingen wir in ein Restaurant, das auch gegrillts verkaufte. Auffallend ist, das man abends in Restaurants oder deen für Maynmar typischen Bierkneipen keine Frauen sieht, außer uns waren genau noch 2 im Restaurant. Auch die Kellner sind zu 90 % männlich.

Ich hatte einen guten gegrillten ganzen Fisch mit Pomes, die nicht so dolle waren, aber 3, 70 für beides waren vertretbar. Während des Essens versuchte wieder sich ein Burmese mit uns zu unterhalten, hauptsächlich mit mir. er fragte viermal nach meinem Namen und irgendwann wurde ich etwas ungehalten, denn ich wollte einfach nur in Ruhe essen. Daraufhin hat er sich 50x entschuldigt und mir sein Feuerzeug geschenkt…nettes Volk, wirklich. Nach einem langen Tag liefen wir nach Hause zum Hotel und den Rest des Abends verbrachte ich mit Ausruhen im Zimmer.

Da wir in den 2 Tagen Yangon schon relativ viel gesehen hatten, entschlossen wir uns für den nächsten Tag einen Tagesausflug nach Bago zu machen – dazu dann mehr im nächsten Artikel.

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