Vier unaussprechliche Namen: noch mehr Inkaruinen

Nach einem erneuten Frühstück bei Jack’s sind wir an unserem letzten Tag vorm Inkatrail noch einmal los, um uns vier weitere Inkaruinen rund um Cusco anzuschauen. Mit dem Collectivo sind wir bis nach Tambomachay gefahren. Dort hat uns dann ein kleiner Peruaner angesprochen, ob er unser Guide sein dürfte, für 5 Soles pro Person fanden wir das einen fairen Deal und ohne weitere Erklärungen wären für mich die kaputten Steine halt einfach nur kaputte Steine gewesen. Interessanter Weise hieß unser Guide Walter, benannt nach seinem Vater, Deutsch hat er allerdings nicht gesprochen. Walter hat uns dann so allerhand interessantes zu den Ruinen erzählt, aber ich glaube gerade jetzt nachdem wir mittlerweile von Machu Picchu wiedergekommen sind, haben wir erstmal genug von Inkas und ihren Ruinen…

Aber zunächst einmal ein Bildchen von Tambomachay.

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Laut dem Lonely Planet diente dieser Ort als zeremonielles Bad, laut unserem Guide war dies aber auch ein Tempel und in den oben zu sehenden Nischen wurden wichtige Inkapersönlichkeiten begraben.

Direkt gegenüber von Tambomachay liegt Pukapukara, der Name bedeutet rote Festung. Obwohl man sich heute gar nicht mehr so sicher ist, ob dieser Ort wirklich als Festung gedient hat. Sehr interessant war allerdings zu erfahren, dass hinter Tambomachay und Pukapukara der Inkatrail los geht. Die Spanier haben ja ziemlich viel zerstört als sie in Südamerika eingefallen sind und genau aus diesem Grund fängt der Inkatrail erst bei km 88 an. Denn die Spanier, faules Pack, sind mit ihren Pferden den Weg der Inkas nur bis zum Fluß Urubamba (km 88) geritten und haben durch eben ihre vierbeinigen Gefährten diesen Weg unbegehbar gemacht aus diesem Grund fangen nun alle Touristen erst nach der Überquerung des Flußes an loszulaufen. An dieser Stelle also kurzen Dank an die Spanier, sonst wäre der Weg noch länger gewesen.

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Pukapukara

Das schöne ist, das um Cusco herum in einer Entfernung von 8 km vier Inkaruinen verteilt liegen. Deshalb hatten wir eigentlich vor diese 8 km zurück nach Cusco zu laufen. Nun sind wir ja in der Trockensaison hier in Peru, d.h. es regnet im Juli eigentlich nicht. Ja, wir scheinen da mal richtig Glück gehabt zu haben, denn schon bei Tambomachay fing es an zu nieseln. Aus diesem Grund und weil wir ansonsten auch einfach nur neben der Hauptstraße entlang gelaufen wären, sind wir mit dem Nahverkehrsbus nach Qenq’o gefahren. Unseren Guide hatten wir mittlerweile für alle vier Ausgrabungsstätten engagiert, denn Walter war ein netter Typ und hat auch gleich den Bus für uns angehalten. Qenq’o bedeutet übrigens ZickZack und diese Stätte war wirklich interessant, da man in eine kleine Höhle steigen konnte in der früher die Leichen der Inkas ausgenommen und für das Begräbnis präpariert wurden.

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Qenq’o

Es tut mir ja auch leid, dass ich hier nur Steine über Steine zeigen kann, aber mehr war da halt nicht. 🙂 Aber als wir uns aufgemacht haben zur letzten Ruine Saqsayhuamán, hat sich das Wetter komplett gegen uns verschworen und es fing an zu hageln. Also, wenn das die dry season ist, wie bitte sieht denn dann die wet season aus??

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Hagel in der Trockenzeit Perus…

Wir haben uns dann schön untergestellt und abgewartet bis der Regen weniger wurde, wurde er dann auch irgendwann und wir sind zur sexy woman gelaufen, so merkt sich der Durchschnittstoursit nämlich den Namen der Ausgrabungsstätte, den man ansonsten ja echt nicht aussprechen kann.

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Sexy woman

Der Name ist Quechua (die Inkas haben nicht geschrieben und somit weiß man nie wie die Orte ursprünglich benannt waren) und bedeutet zufriedener Falke. An dieser Stätte hat nämlich ein Kampf zwischen Spaniern und Inkas stattgefunden bei dem 1.000e gestorben sind. Zum Begraben war wohl nicht genug Zeit und somit waren die Leichen Futter für die Falken, die mit dem Nahrungsangebot wohl recht zufrieden sein konnte, daher kommt dann auch der leicht makabere Name. Die Anlage ist wirklich beeindruckend, wenn man sich die Dimensionen betrachtet und heute stehen nur noch ca. 20 % der ursprünglichen Größe!

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Noch mehr Saqsayhuamán

Der Regen fing aber wieder ein wenig an und wir waren dann auch am Ende unserer Besichtigungstour angekommen. Unser Guide war dann auch nicht mehr so richtig motiviert und ist mit uns den Rückweg nach Cusco angetreten, der u.a. durch solche nassen Stufen gekennzeichnet war.

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Allerdings waren wir schon am frühen Nachmittag wieder im Hostel, weshalb wir die freie Zeit zur individuellen Freizeitgestaltung genutzt haben. Ich bin erstmal shoppen gegangen. 🙂 Dabei habe ich gleich noch kostengünstig drei neue Oberteile zum Trekken erstanden und habe mich auf die Suche nach einem offenen Reisebüro gemacht. Uns hatte ja, wie erwähnt, leider keiner auf unsere Anfragen bezüglich des Manu Nationalparkes helfen können und somit wollten wir wenigstens schon mal die Bustickets nach La Paz kaufen. Es war aber Sonntag und so viel hatte in Cusco nicht auf und dann gab es nur Nachtbusse… da mir das Reisebüro irgendwie suspekt vorkam (die Frau musste andauernd einen Pitty anrufen, um nach dem Bus zu fragen), sind Kedda und ich noch schnell mit dem Taxi zum Busterminal gefahren und haben dort Tickets nach La Paz gekauft. Mal schaun wie diese Busfahrt wird mit mehr oder weniger langen Aufenthalten in Puno und an der Grenze bei Copacabana. Unseren Abend vor dem großen Tag haben wir dann noch bei Jack’s ausklingen lassen. Ja, ich weiß, wir waren da oft, aber es war auch einfach lecker. 🙂

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